SV Elversberg 1. FC Saarbrücken Israel Suero Kevin Koffi Horst Steffen

Regionalliga Südwest : SVE gewinnt das „vogelwilde Spektakel“

Elversberg siegt im Derby gegen den 1. FC Saarbrücken mit 4:3. Alle Tore fallen bereits in der ersten Halbzeit.

Wie Kinder bei der weihnachtlichen Bescherung freuten sich die Spieler der SV Elversberg am Samstag. Mit strahlenden Augen und breitem Grinsen spazierte Manuel Feil nach dem 4:3-Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken vom Platz. „Das war geil heute. Ein Fußballspiel hat mir selten so viel Spaß gemacht“, sagte der 24-Jährige. Nach dem 0:1 für den 1. FC Saarbrücken durch einen Foulelfmeter von Steven Zellner (8.) glich Feil, nachdem er von Manuel Zeitz gefoult wurde, ebenfalls per Strafstoß zum 1:1 aus (14.). Sechs Minuten später bereitete Feil per Kopf das 2:1 von Israel Suero vor.

Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt war das Spiel vogelwild. „Unser Trainer hat uns vor dem Spiel gesagt, dass wir für ein Spektakel für die Zuschauer sorgen sollen. Und ich glaube, wir haben das ganz gut umgesetzt“, sagte Feil. Eine durchaus seltsame Taktik und Motivation von SVE-Trainer Horst Steffen. „Wir haben natürlich auch darüber gesprochen, wie wir genau agieren wollen, aber in erster Linie wollten wir wirklich ein Spektakel veranstalten“, sagte Steffen, der nach dem Spiel ebenfalls vor Freude lachen musste.

Das Spektakel vor 3413 Zuschauern an der Kaiserlinde sah so aus, dass die SVE mit Vollgas in der Hälfte des FCS unterwegs war. Die FCS-Spieler kamen mit dem Druck nicht zurecht, leisteten sich viele Fehler. In der 23. Minute ließ Patryk Dragon die halbe gegnerische Abwehr alt aussehen, flankte mit viel Gefühl auf den zweiten Pfosten, dort nickte Suero zum 3:1 ein. Zu diesem Zeitpunkt war es fast ein Klassenunterschied, oder wie der Ex-Saarbrücker Lukas Kohler sagte. „Wir hatten alles unter Kontrolle.“

Daran änderten auch die Saarbrücker Kontertore von Eisele (30.) und Jänicke (36.) zum 3:3 nichts. Die SVE blies weiter zum Angriff und ging noch vor der Pause erneut in Führung. Feil brachte den Ball per Ecke von der rechten Seite in den Strafraum, dort köpfte Kevin Koffi mit seinem 13. Saisontor das 4:3. Koffi hatte im Vorfeld ein Tor im Saarderby angekündigt.

Nach dem Seitenwechsel standen zwei Abwehrspieler der SVE im Mittelpunkt. SVE-Torhüter Frank Lehmann parierte einige klare Torchancen der Saarbrücker, Innenverteidiger Aldin Skenderovic machte wie schon beim 2:0 gegen den FC Homburg ein bärenstarkes Spiel. Der 21-Jährige kam in den ersten sechs Monaten der Saison nur zu wenigen Einsatzminuten und spielte danach auf Anhieb stark. Danach musste der Luxemburger wieder auf die Bank – am Samstag war die Leistung wieder top. „Ich bleibe ruhig und werde versuchen, weiter meine Leistung zu bringen“, sagte Skenderovic. „Aldin hat gut gespielt, es gab aber auch ein paar Dinge, die mir nicht gefallen haben. Wir haben eine gute Qualität in unserem Kader“, sagt Steffen über den 21-Jährigen, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Bislang gab es noch keine Gespräche über eine Vertragsverlängerung.

Ein aufgebrachter FCS-Fan (links) diskutiert mit FCS-Spieler Joe Vunguidica, Elversbergs Leandro Grech versucht beide zu beruhigen. Foto: Andreas Schlichter

Trainer und Spieler der SVE äußerten sich auch nach dem starken Derbysieg nicht zu den laufenden Vertragsgesprächen. Nach Informationen der Saarbrücker Zeitung gestalten sich die Gespräche mit Angreifer Koffi eher schwierig, Lukas Kohler steht kurz vor einer Vertragsverlängerung, und der Vertrag mit Spielführer Leandro Grech soll wohl nicht verlängert werden. Somit könnte das 4:3 gegen den FCS das letzte Liga-Derby für den Argentinier gewesen sein. Der 38-Jährige spielte stark – und hatte nach Spielschluss auch noch eine gute Szene. Da half er FCS-Spieler Pierre Vunguidica, als dieser mit einem Fan des 1. FC Saarbrücken aneinandergeriet und die Situation zu eskalieren drohte.

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