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Turnen
Superstar Biles verleiht dem DTB-Pokal immense Strahlkraft

 Simone Biles ist der Weltstar des Turnens schlechthin.
Simone Biles ist der Weltstar des Turnens schlechthin. FOTO: dpa / Andrew Cowie
Stuttgart. Turnierdirektor Valeri Belenki ist selbst Kunstturn-Olympiasieger, aber der Premiere von Simone Biles beim DTB-Pokal sieht sogar der Ex-Weltmeister mit außergewöhnlicher Ehrfurcht entgegen. „Sie ist das absolute Aushängeschild unserer Sportart und die alles überragende Turnerin der vergangenen Jahre“, sagt der gebürtige Aserbaidschaner über die im Februar zur Weltsportlerin des Jahres gekürte Rekord-Weltmeisterin. sid

Damit zu den 14 WM-Titeln binnen fünf Jahren im Oktober weitere hinzukommen, überlässt die US-Amerikanerin nichts dem Zufall und schnuppert schon einmal schwäbische Atmosphäre. Drei Tage nach ihrem 22. Geburtstag am Donnerstag ist die „Flugshow“ von Biles am Sonntag (12.30 Uhr) erstmals in Stuttgart, dem Schauplatz der diesjährigen Welttitelkämpfe.


Unter Druck setzen lassen will sich Biles nicht. „Am Beginn des Jahres muss man noch nicht bei 100 Prozent sein. Ich habe auch ein bisschen Trainingszeit wegen anderer Verpflichtungen verloren. Aber das ist das Leben einer Profisportlerin“, sagt sie.

Das selbsternannte „Wimbledon des Turnens“ hat in der vorolympischen Saison durch den Auftritt von Biles immens an Strahlkraft gewonnen. Denn die 1,42 Meter kleine Ausnahmeathletin aus Oklahoma hat sich auch abseits von Stufenbarren und Schwebebalken profiliert. Unerschrocken machte sie öffentlich, dass auch sie vom ehemaligen US-Teamarzt Larry Nassar sexuell missbraucht worden war. Und als der Verband wegen der angeblich so guten Bedingungen am texanischen Trainingszentrum, in dem Nassar die Athletinnen drangsaliert hatte, festhalten wollte, reichte ein Machtwort von Biles, um das zu ändern. „Ich kann und werde nicht an diesen schrecklichen Ort zurückkehren“, sagt sie. Die berüchtigte Turn-Ranch des Trainer-Ehepaares Bela und Martha Karolyi war damit kein Thema mehr. Auch mit dezentralisiertem Training gewann die US-Riege 2018 bei der WM in Doha hochüberlegen die Goldmedaille.



Geholfen hat Biles in diesen schwierigen Zeiten ihr fester christlicher Glaube: „Es spielt keine Rolle, in welcher Situation man sich befindet. Du legst es einfach in die Hände des Herrn, und er wird dich hindurchführen. Einige Hindernisse dienen zu unserem Besten, ohne sie wärst du nicht so stark geworden, wie du bist.“