Supermoto: Motoräder starten am Wochenende in St. Wendel

In St. Wendel brummen die Motoren : Zum 18. Geburtstag gibt’s eine Vollgasparty

Die Supermoto-Rennen in St. Wendel werden volljährig. Mehr als 200 Piloten werden am Wochenende auf die Piste gehen.

Volljährig und erwachsen: Die Supermoto in St. Wendel wird 18. Im Jahre 2002 gaben die Motorradpiloten erstmals bei der Rennserie in der Kreisstadt Gas, nun findet die 18. Auflage statt. Am kommenden Wochenende wird der dritte Lauf zur Internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaft rund um den Wendelinuspark gestartet.

 Als Geburtshelfer der Veranstaltung können der frühere Sportleiter des ADAC Saarland, Karl-Heinz Finkler, und der damalige Zweirad-Referent Hans-Josef „Juppi“ Brill bezeichnet werden. „In St. Wendel gab es immer Motorradrennen – und deshalb müsste man doch wieder was machen“, erinnert sich der 76-jährige Brill an einen Gedankenaustausch mit Finkler.

1999 hatte das französische Militär den Standort St. Wendel aufgegeben, die Panzer-Regimenter zogen ab, die Umwandlung des Gebietes begann. „Uns kam die Idee, in dem Gebiet der ehemaligen Garnison eine Rennstrecke zu konzipieren“, berichtet Brill. Und mit Supermoto sei seinerzeit eine Zweirad-Rennsportart – ein Mix aus Straßen- und Geländerennen auf kombinierten Schotter/Asphaltkursen – aus den USA nach Europa exportiert worden. „Wir wollten die Mischung aus Motocross- und Straßenrennen auf einem Stadtkurs ausfahren, damals wie auch heute noch in Deutschland einmalig“, stellt der Winterbacher Brill fest.

 Genehmigungen mussten her, um durch das noch abgesperrte Militärgelände entlang der Panzerhalle fahren zu dürfen. „Ein Offroad-Kurs mit einem Sprunghügel am heutigen Schwimmbad ist entstanden, da wir zudem über die B 269 fahren wollten, musste die Straße gesperrt und eine Umleitung eingerichtet werden“, erklärt Brill. Eine Schleife sollte über das Areal des später angelegten Parkplatzes am Wendelinuspark gefahren werden. Der Plan von Brill und Finkler ging auf – und das Rennen wurde gestartet.

Die Motorsportclubs (MSC) Nordsaar und Theeltal sowie der Automobil- und Touringclub (ATC) Merzig packten mit an, drei Kassen waren am Renntag geöffnet. „Die Pilot-Veranstaltung kam gut an, und Bürgermeister Klaus Bouillon hat uns grünes Licht für weitere Rennen gegeben“, sagt Brill.

2003 wurde dann der erste Lauf zur deutschen Meisterschaft ausgefahren. „Mit dem Stadtkurs haben wir ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen, woanders wird auf Kartbahnen und ehemaligen Militärflugplätzen gefahren“, so Brill. Baulich habe sich im Laufe der Jahre dann am Profil des Rundkurses einiges verändert. In den Jahren bis 2007 wurden Rennen zur Europameisterschaft, 2008 und 2009 gar einen Lauf der Weltmeisterschaft in St. Wendel gefahren. 2011 entschied der ADAC Saarland, wegen zu hoher Kosten keinen Supermoto-Weltmeisterschaftslauf in St. Wendel zu starten.

Dennoch ist die Veranstaltung immer noch ein Zugpferd, lockt tausende Besucher in den Wendelinuspark. „In all den Jahren hat sich die Faszination Supermoto weiterentwickelt. In St. Wendel gehen deutschlandweit noch immer die meisten Piloten an den Start, andere Veranstaltungen schaffen das nicht“, meint Brill. Die Zahlen belegen das: Die packenden Zweikämpfe, Drift- und Sprungeinlagen der rund 200 Piloten zogen jeweils bis zu 6000 Zuschauer an.

Am kommenden Rennwochenende werden die Besucher allerdings nun das lokale Supermoto-Ass vermissen. Publikumsliebling Markus Volz aus Dirmingen hat im Oktober nach 30 Jahren Motorradrennsport aus beruflichen Gründen seine Laufbahn beendet. Somit ist in der Eliteklasse S1 kein Saarländer mehr vertreten. Ganz auf Lokalmatadore verzichten müssen die Fans aber nicht. In der Klasse S2 belegt der 18-jährige Püttlinger Christopher Robert (Husqvarna) nach den Läufen in Harsewinkel und Großenhain in der Gesamtwertung mit 75 Punkten den zweiten Platz. Ebenso Steffen Jung (Husqvarna) aus Oberkirchen mit 74 Punkten im Ü 40-Teilnehmerfeld.

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