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Sturm hat nicht nur ein glückliches Händchen

Sturm hat nicht nur ein glückliches Händchen

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft trumpft bei der Weltmeisterschaft im Russland auf. Trotz des Fehlstarts hat sie vorzeitig das Viertelfinale erreicht. Am Sonntag gab es gegen die USA einen 3:2-Überraschungssieg.

Bei seiner Weltmeisterschafts-Premiere als Bundestrainer macht Marco Sturm vieles richtig - und wenn er mal danebenliegt, helfen ihm seine Spieler. Beim 3:2-Überraschungssieg am Sonntag gegen die USA entschied Moritz Müller von sich aus, beim letzten Bully im gegnerischen Drittel doch nicht für Korbinian Holzer auf das Eis zu gehen. Nur dadurch traf Holzer 33 Sekunden vor der Schluss-Sirene zum umjubelten Siegtreffer. "Wir haben auf der Bank geschmunzelt. Der Moritz hat sich selber ausgewechselt und damit ein glückliches Händchen gehabt", sagte Sturm.

Ein glückliches Händchen bei der WM in Russland darf auch dem Bundestrainer attestiert werden. Dass die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) durch Kanadas 4:0-Sieg gestern gegen Frankreich schon vor dem späten und verdienten 4:2-Sieg im letzten Gruppenspiel gestern Abend gegen Ungarn als Viertelfinalist feststand, ist auch Sturms Verdienst. Der 37-Jährige hat den besten Kader seit Jahren zusammengestellt, nach dem Fehlstart in die WM die richtigen Konsequenzen gezogen - und der Mannschaft einen attraktiveren Spielstil vermittelt als seine erfolglosen Vorgänger Pat Cortina und Jakob Kölliker.

"Wir spielen nicht mehr dieses altdeutsche Eishockey nach dem Motto: Hauptsache, die Scheibe raushauen, und vorne schauen wir mal", sagte Stürmer Philip Gogulla. Vor dem letzten Vorrundenspiel hatte die DEB-Auswahl bereits 18 Turnier-Treffer erzielt. Damit war sie genauso offensivstark wie bei ihrem bislang letzten WM-Viertelfinal-Einzug vor fünf Jahren.

Sturm entwickelte ein gutes Gespür für die Zusammenstellung der vier Angriffsreihen, die alle gut harmonieren. Dafür opferte er während des Turniers seine Paradereihe mit den NHL-Jungstars Leon Draisaitl und Tobias Rieder sowie Patrick Reimer. Und er hatte nach den Niederlagen gegen Frankreich (2:3) und Finnland (1:5) auch den Druck erhöht: "Das Wichtigste ist, wie man zurückkommt. Das ist eine Charakterfrage." Es folgte eine Siegesserie gegen die Slowakei (5:1), Weißrussland (5:2), die USA (3:2) und Ungarn (4:2).