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Badminton
Streit um die Badminton-Bundesliga

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wer organisiert künftig die Badminton-Bundesliga? Darüber wird derzeit mächtig gestritten. Droht gar eine Abspaltung wie im Ringen? Von Mark Weishaupt
Mark Weishaupt

Im Deutschen Badminton-Verband (DBV) rumort es auf der Funktionärsetage. Es geht um die Bundesliga, deren Organisation, deren künftige Ausgestaltung – ja sogar um ihre Zukunft. Und Arno Schley aus Wiebelskirchen spielt da eine wichtige Rolle.


Derzeit wird die Bundesliga vom Ausschuss für Bundesliga-Angelegenheiten (AfBL) im DBV organisiert. Der AfBL kümmert sich um die Organisation, gibt die Rahmenbedingungen vor. Seit 21 Jahren ist Arno Schley Vorsitzender des AfBL. Doch um den Ehrenvorsitzenden der Badminton-Abteilung des TuS Wiebelskirchen und langjährigen Macher des zweifachen deutschen Mannschaftsmeisters gibt es Ärger.

Alles begann im November 2016, als der Deutsche Badmintonliga-Verband gegründet wurde – mit dem Ziel, eines Tages die Organisation der Bundesliga zu übernehmen, sie zu professionalisieren. Den AfBL zu ersetzen, so war der Plan, deswegen wurdee die Führung des Ligaverbandes mit den gleichen Personen besetzt wie die des AfBL. „In fast jeder Sportart wird die Spitzenliga von einem Ligaverband organisiert“, sagt Schley. Eine gute Idee, fand auch die DBV-Spitze und wollte den Ligaverband als ordentliches Mitglied aufnehmen, um die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.



Doch die Aufnahme wurde im Sommer 2017 abgelehnt – vom DBV-Verbandstag. Dort entscheiden die Landesverbände, und die fürchten wohl um ihren Einfluss auf die Bundesliga. Erneute und wiederholte Einigungsversuche scheiterten, weswegen der AfBL weiter zuständig ist.

Schley wird von den Bundesliga-Vereinen im Frühjahr erneut zum AfBL-Vorsitzenden gewählt, doch der DBV-Verbandstag im Juni verweigert ihm die formal notwendige Bestätigung. Ohne Begründung. Am 3. Oktober der nächste Versuch – die Bundesligavollversammlung wählt Schley erneut. Deswegen ist er wieder im Amt – bis zum 22. Juni 2019, dem nächsten DBV-Verbandstag, wo wieder eine Bestätigung ansteht. Ob er sie bekommt? Keiner weiß es. Die Fronten sind verhärtet.

Ein neues Gremium, bestehend aus zwei DBV-Präsidiumsmitgliedern, zwei Bundesliga-Vertretern und zwei Landesverbandsvertetern, soll nun Gespräche aufnehmen, um eine Einigung zu finden. Schley wird diesem Gremium nicht angehören. Er sagt: „Es muss doch möglich sein, sich zusammenzuraufen.“ Eine Situation wie im Ringen, wo fünf Vereine aus der Bundesliga ausscherten und eine eigene Liga gegründet haben, scheint nicht ausgeschlossen. Bis zum 15. April 2019 müssen die Bundesligavereine Klarheit haben, wie es weitergeht – dann ist Meldeschluss für die nächste Saison.