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Stimmungsvoller Abschied aus VancouverSidney Crosby ist der König von Kanada

Stimmungsvoller Abschied aus VancouverSidney Crosby ist der König von Kanada

Vancouver. Nach der größten Party der Stadtgeschichte haben in Vancouver die Aufräumarbeiten der 21. Olympischen Winterspiele begonnen. Bis tief in die Nacht tobten und tanzten die Kanadier nach dem Triumph ihres Eishockey-Teams und der stimmungsvollen Schlussfeier im BC Place Stadium durch die Straßen

Vancouver. Nach der größten Party der Stadtgeschichte haben in Vancouver die Aufräumarbeiten der 21. Olympischen Winterspiele begonnen. Bis tief in die Nacht tobten und tanzten die Kanadier nach dem Triumph ihres Eishockey-Teams und der stimmungsvollen Schlussfeier im BC Place Stadium durch die Straßen.

Vor 60 600 Zuschauern und einem Milliarden-Fernsehpublikum hatte Jacques Rogge den Gastgebern zum Ende des 16-tägigen Sportspektakels ein Sonderlob gezollt. "Es waren ausgezeichnete und sehr freundliche Spiele. Vielen Dank, Kanada", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in der Nacht zu Montag. Mit stolzgeschwellter Brust verabschiedeten sich die Organisatoren um ihren überglücklichen Chef John Furlong. "Jetzt kennt ihr uns", rief er der Welt zu.

Während in Whistler und Cypress Mountain die ersten Wettkampf-Stätten abgebaut wurden und Zehntausende zum Flughafen von Vancouver strömten, erlosch die olympische Flamme. "Goodbye Vancouver - dobro poschalowatj Sotschi!" In vier Jahren treffen sich die Asse auf Schnee und Eis am russischen Schwarzmeer. Nach den enttäuschendsten Winterspielen seiner Geschichte will das Riesenreich bei den Heim-Spielen 2014 in die Elite zurückkehren. Mindestens 11,4 Milliarden Euro lässt sich Russland seine erste olympische Veranstalter-Rolle seit den Sommerspielen 1980 in Moskau kosten, die wegen des Afghanistan-Kriegs vom Boykott vieler westlicher Staaten überschattet wurden. Gut 30 Jahre später trüben Medienberichte über Zwangsenteignungen und Naturzerstörung die Vorfreude auf die Wettkämpfe in dem Kurort am Schwarzen Meer.

In Vancouver war zum Abschluss der Winterspiele nur bedingt ein Thema. Denn bei den Paralympics vom 12. bis 21. März schaut die Sportwelt noch einmal kurz hier vorbei. Erst danach spielen in der herrlich gelegenen Hafenstadt wieder die Puckjäger der Vancouver Canucks die Hauptrolle.

Bei der Schlussfeier zeigten die Kanadier Herz und Humor. Zum Auftakt nahmen sich die Gastgeber selbst auf die Schippe: Ein Handwerker mit Clowns-Gesicht stieg aus dem Hallenboden empor, steckte zwei Kabel zusammen - und plötzlich stieg die vierte Stele für das Olympische Feuer empor. Bei der Eröffnungsfeier am 12. Februar hatte der Mechanismus versagt. So durfte Ex-Eisschnellläuferin Catriona LeMay Doan mit 16-tägiger Verspätung doch noch die Flamme entzünden.

Jazz-Sänger Michael Bublé, der an Parkinson erkrankte Schauspieler Michael J. Fox, Altrocker Neil Young und William Shatner alias Captain Kirk aus Raumschiff Enterprise waren die Stars des Spektakels. "Mein Name ist Bill, ich bin stolz ein Kanadier zu sein", begrüßte der Schauspieler das Publikum beim Showteil "Made in Canada". Und: Ein letztes Mal bei diesen Spielen erinnerten Jacques Rogge und John Furlong an den tödlich verunglückten georgischen Rodler Nodar Kumaritaschwili. dpa

Vancouver. Er ist der König von Kanada, der Millionen Menschen glücklich machte. Sidney Crosby - mit nur 22 Jahren auf dem Olymp und in den Geschichtsbüchern seines Landes. Sein Siegtor zum 3:2 im olympischen Eishockey-Finale hat ihn schon jetzt zur Legende gemacht und Kanada die Sehnsuchts-Goldmedaille beschert. "Davon habe ich 1000 Mal geträumt. Gold bei Heimspielen zu gewinnen, das ist eine einmalige Chance im Leben. Das wünscht sich jedes Kind in Kanada", meinte Crosby. "Sein Tor wird der Höhepunkt für lange Zeit bleiben", urteilte Kanadas Kapitän Scott Niedermayer.

Acht Monate nachdem Crosby als jüngster Kapitän der Historie seine Pittsburgh Penguins zur Meisterschaft in Nordamerikas Profiliga NHL geführt hatte, krönte er auch Kanadas Operation Olympia-Gold. "Er hatte diese Bestimmung - schon seit Beginn seiner Karriere", sagte Verbands-Manager Steve Yzerman. Während die Nummer 87 im Juni den Stanley-Cup-Gewinn ausgelassen mit einer Parade vor 300 000 Fans in Pittsburgh feierte, blieb ihm diesmal kaum Zeit, den goldenen Olympia-Abschluss zu zelebrieren.

Millionen Landsleute von Neufundland bis Vancouver bejubelten und begossen den größten Erfolg der kanadischen Sportgeschichte, doch der Initiator der Party war einfach nur müde. Er wolle mit seinen Mitspielern zusammen sein und den Erfolg ein wenig genießen, sagte Crosby sichtlich ausgepowert. Sieben Spiele in 13 Tagen hatten ihn, den größten kanadischen Hoffnungsträger im Team der Multimillionäre und Superstars, voll gefordert. Zumal ab morgen der Liga-Alltag wieder weitergeht.

Der Druck einer ganzen Nation lastete vor allem auf Crosbys Schultern. "Es gibt nichts, das dieser Junge nicht schaffen kann oder schon geschafft hat. Er ist eine Führungsfigur", lobte Teamkollege Jonathan Toews. Prompt wurden Vergleiche mit Kanadas Eishockey-Ikonen Wayne Gretzky, Mario Lemieux und Gordie Howe laut. dpa