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Stille statt Stimmung in den Fußballstadien

Fußball : Stille statt Stimmung im Stadion

Der Fußball pausiert wegen der Corona-Krise. Auch das für Dienstag geplante Pokalspiel des FV Diefflen gegen den 1. FC Saarbrücken fand nicht statt. Trainer und Spieler von Clubs aus dem Kreis sind sich einig: Die Partien abzusagen, ist richtig.

Für die Oberliga-Fußballer des FV Diefflen hätte der Dienstag-Abend der Höhepunkt der Saison werden sollen: Flutlicht, volles Haus, tolle Stimmung – im Fußball-Saarlandpokal stand das Viertelfinale auf dem heimischen Babelsberg gegen den DFB-Pokal-Halbfinalisten 1. FC Saarbrücken an. Mit gut 2000 Zuschauern hatte der Verein gerechnet.

Doch dann sah es ganz anders aus. Das Flutlicht blieb aus, das Stadion zu. Statt Trommeln, Fangesängen und Jubel durchbrach nur das Zwitschern der Vögel die Stille. Wegen der Corona-Pandemie hatte sich der Saarländische Fußball-Verband (SFV) am Freitag entschlossen, den kompletten Spielbetrieb im Saarland bis zum 31. März ruhen zu lassen (wir berichteten). „Das ist natürlich schade, dass das Pokalspiel nicht stattfindet. Aber angesichts der Umstände trauern wir dem nicht nach“, sagt FV-Trainer Thomas Hofer. „So ist das halt im Leben. Es können immer wieder unvorhergesehene Dinge passieren.“

 Und so herrscht eine Geister-Atmosphäre im Stadion. Auch die Übungseinheiten des Oberliga-Teams finden derzeit nicht statt. „Unser Trainingsbetrieb ruht aktuell zumindest bis nächsten Sonntag“, berichtet Hofer. „Wir werden die weitere Entwicklung abwarten und dann entscheiden, wann wir wieder starten.“

Für seine Akteure hat der 38-Jährige Individualtraining angeordnet. „Sie müssen Ausdauer- und verschiedene Intervallläufe, sowie Krafttraining und Stabilisationsübungen absolvieren. Das sind alles Dinge, die man zu Hause machen kann.“

Bei Bezirksligist SC Roden ruht der Trainingsbetrieb ebenfalls. „Die Jungs arbeiten in allen Ecken und Kanten des Saarlandes und teilweise in großen Betrieben. Deshalb war für mich klar, dass wir den Trainingsbetrieb aussetzen, um uns zu schützen“, sagt Thorsten Theobald. Der Übungsleiter ergänzt: „Ich habe den Spielern gesagt, dass sie laufen gehen sollen – aber nicht in Gruppen, sondern jeder für sich alleine.“

Dass die Absetzung der Spiele (mindestens) bis 31. März die richtige Entscheidung war, da herrschte bei allen befragten Vereinen Einigkeit. „Wenn wir gespielt hätten, könnten wir unbewusst und unabsichtlich Verwandte, Freunde oder Bekannte anstecken. Um dieses Risiko zu senken, finde ich die Maßnahme absolut sinnvoll“, sagt Yannick Gard, der für den SV Limbach/Dorf in der Bezirksliga Merzig-Wadern die Schuhe schnürt.

„Es ist die richtige Entscheidung, dass nicht gespielt wird“, findet Peter Herrmann, Trainer des Verbandsligisten SG Saubach. „Meine Meinung ist auch, dass man die Saison jetzt beenden sollte, um kein Risiko einzugehen. Man sollte mit einem gewissen Respekt und einer gewissen Vorsicht an die Sache herangehen und nicht so tun, als wäre nichts.“

Marius Neumeier, Spielertrainer bei Saarlandligist VfB Dillingen erklärt: „Wenn es heißt, das man soziale Kontakte vermeiden soll, wäre es ja absolut widersprüchlich, wenn wir weiter Fußball gespielt hätten.“

Natürlich beschäftigen sich die Vereine auch mit der Frage, ob in einigen Wochen wieder gespielt werden kann – und falls ja, wann die ausgefallenen Begegnungen nachgeholt werden sollen. Möglich wäre es, mehrere „englische Wochen“ einzubauen, oder die Saison, die ursprünglich bis zum 25. Mai gehen sollte, zu verlängern.

„Beides wäre wohl schwierig“, erklärt Theobald. „Ich habe beispielsweise viele Schichtarbeiter, die unter der Woche nicht da wären. Im Juni haben viele Vereine Mannschaftsfahrten gebucht.“ Nach kurzem Nachdenken ergänzt Theobald. „Wobei man die jetzt unter Umständen auch absagen muss.“

Neumeier sagt zu diesem Thema: „Wie das gehandhabt würde, wäre mir, ehrlich gesagt, völlig egal. Ich wäre dann einfach froh, wenn das normale Leben wieder weitergeht. Denn es gibt Wichtigeres als Fußball.“

Abgesperrt und leer – das Rehlinger Bungertstadion am Sonntag: Das Lokalderby zwischen Rehlingen und Siersburg ist ausgefallen. Foto: Ruppenthal. Foto: Ruppenthal

Bei allen befragten Vereinen gab es bislang keine Anzeichen dafür, dass ein Spieler oder Funktionär sich mit dem Corona-Virus angesteckt hat. Das sieht beim Oberligisten TSG Pfeddersheim scheinbar anders aus. „In deren Umfeld gab es wohl einen Verdachtsfall“, berichtet Hofer. „Deshalb war unser für letzten Samstag geplantes Spiel bei der TSG schon vor der generellen Einstellung des Spielbetriebs abgesagt worden.“