Stiefler und die bösen Geister

Stiefler und die bösen Geister

Saarbrücken. Manuel Stiefler hat an Silvester sicherlich ein paar mehr Böller losgelassen als in den Jahren zuvor. Der Mittelfeldspieler des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken hatte doch so manchen "bösen Geist" zu vertreiben. "2011 war ein unglaubliches Jahr", sagt Stiefler, "die erste Hälfte war ein Traum, die zweite war eher zäh"

Saarbrücken. Manuel Stiefler hat an Silvester sicherlich ein paar mehr Böller losgelassen als in den Jahren zuvor. Der Mittelfeldspieler des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken hatte doch so manchen "bösen Geist" zu vertreiben. "2011 war ein unglaubliches Jahr", sagt Stiefler, "die erste Hälfte war ein Traum, die zweite war eher zäh".Stiefler, der eher als unbekanntes Talent vom Regionalligisten 1. FC Nürnberg II zum FCS kam, entwickelte sich im Verlauf der Rückrunde der vergangenen Saison zu einem Aktivposten im rechten Mittelfeld. Vier Treffer in 33 Spielen gingen auf sein Konto. "Das hat natürlich die Erwartungen angestachelt. Nicht nur die von Zuschauern und Verein, sondern auch meine eigenen", sagt der Franke, "ich habe mir schon vorgenommen, Führungsspieler zu werden und der Mannschaft in entscheidenden Situationen weiterzuhelfen".

Doch der Aufwärtstrend wurde in der Vorbereitung zu dieser Spielzeit jäh gestoppt. Im Testspiel gegen Borussia Neunkirchen (4:2) zog sich Stiefler einen Zehenbruch zu, verpasste einen großen Teil der Vorbereitung - und damit den Anschluss. Stiefler legte Sonderschichten ein und erkämpfte sich wieder einen Platz in der Mannschaft. 17 Einsätze und ein Tor stehen in dieser Saison zu Buche.

"Es war schon schwierig, weil viele kleinere Blessuren mich immer wieder zurückgeworfen haben", erklärt 23-Jährige. Im vergangenen November fand die Leidensgeschichte ihre Fortsetzung. Stiefler erlitt Spiel gegen den SV Sandhausen (1:1) einen Rippenbruch, fiel bis Anfang Dezember aus. Kaum wieder da, gab es den nächsten Schicksalsschlag. Im Oberliga-Spiel der U23 - ausgerechnet gegen Neunkirchen (6:3) - riss Stieflers Innenband im Sprunggelenk. Statt Spielpraxis gab es eine verlängerte Winterpause. "Ich habe hart in der Reha geschuftet", erzählt Stiefler, "war am 28. und 29. Dezember in Saarbrücken, um mit Paolo (Anmerkung der Redaktion: FCS-Physiotherapeut Paolo da Palma) einen Härtetest durchzuführen". Der verlief erfolgreich. Stiefler startete am vergangenen Dienstag mit der Mannschaft in die Vorbereitung - und hofft auf ein besseres Fußball-Jahr 2012.

"Für mich ist es jetzt wichtig, wieder richtig fit zu werden. Darauf konzentriere ich mich", sagt der Mittelfeldmann über sich. "Natürlich ist es unser Ziel, weiterhin vorne mitzuspielen. Aber wir müssen wie in der Vergangenheit in kleinen Schritten denken", erklärt er über die Mannschaft. Das erste Liga-Spiel nach der Winterpause bei Carl Zeiss Jena am 21. Januar soll nicht nur der erste Schritt sein, sondern eine Initialzündung. "Man hat vorige Saison gesehen, was passiert, wenn man einen Lauf hat und sich etwas zutraut", sagt Stiefler, dessen Vertrag im Sommer auslaufen wird: "Mir gefällt es hier. Der Verein weiß, was ich kann. Aber darüber sprechen wir, wenn es an der Zeit ist. Jetzt ist erstmal Vorbereitungszeit." Und die geht heute mit Einheiten um zehn Uhr und um 15 Uhr weiter.

Gestern waren mit dem bei Oberligist SVN Zweibrücken freigestellten Felix Dausend und Matthias Krauß von Saarlandligist RW Hasborn zwei Testspieler im FCS-Training. Von den beiden Stürmern konnte vor allem Dausend positive Akzente setzen.

saarbruecker-zeitung.de/fcs