Stevens knurrt nach seinem Torwart-Wechsel

Gelsenkirchen. Wenn Huub Stevens sich und seine Spieler angegriffen fühlt, verteidigt er seine "Jungens" wie eine Löwenmutter ihre Babys

Gelsenkirchen. Wenn Huub Stevens sich und seine Spieler angegriffen fühlt, verteidigt er seine "Jungens" wie eine Löwenmutter ihre Babys. Nach dem 1:1 (0:0) von Fußball-Bundesligist Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag fuhr er aus der Haut, als er nach dem Grund für den Torwart-Tausch Timo Hildebrand für Lars Unnerstall gefragt würde: "Das hab ich doch schon im TV gesagt. Hörst Du nicht zu? Es gab Pfiffe gegen Lars. Wenn ein junger Torwart ausgepfiffen wird, muss der Trainer was unternehmen. Dabei hat er nicht viele Fehler gemacht. Wir wollten aber mehr Ruhe haben im Stadion. Das ist uns leider nicht gelungen, denn nun sind die Pfiffe gegen die Mannschaft gekommen."Seit dem Abgang Manuel Neuers 2011 zu Bayern München haben sich Ralf Fährmann, Unnerstall oder Hildebrand nicht als Nummer eins aufgedrängt. Fährmann geriet durch den Kreuzbandriss ins Hintertreffen. Unnerstall machte keine kapitalen Fehler, tat sich aber auch nicht durch Glanztaten hervor. Ex-Nationalspieler Hildebrand, 2011 als Ersatz für den verletzten Fährmann aus der Arbeitslosigkeit befreit, ist 33 Jahre alt und kein Perspektivspieler. "Was soll ich machen? Manchmal hältst du so einen, manchmal nicht. Er schießt mit der Pike", sagte er nach seiner Rückkehr ins Tor nach vier Monaten mit Blick auf das haltbare 0:1 von Igor de Camargo (62. Minute). Immerhin traf Julian Draxlers noch zum 1:1 (86.).

Schalkes Krise mit fünf Punkten aus sechs Spielen an den Torhütern festzumachen, wäre zu einfach. Die Belastung mit Liga, Champions League und Pokal, Verletzte und Formschwächen bei Leistungsträgern hinterlassen Spuren. Manager Horst Heldt versuchte denn auch die Wogen zu glätten und sagte zu Stevens' Gefühlseruption: "Unser Trainer ist nun mal sehr emotional. Wenn er seine Leute in Gefahr sieht, kämpft er. So ist er, so war er und so wird er auch immer sein." dpa