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Steiner stößt und reißt wieder

Steiner stößt und reißt wieder

Minsk. Matthias Steiner kehrt nach 20 rasanten Monaten des Glamours mit diversen Preisen, Hochzeit und der Geburt von Sohn Felix auf seine angestammte Bühne des Gewichthebens zurück

Minsk. Matthias Steiner kehrt nach 20 rasanten Monaten des Glamours mit diversen Preisen, Hochzeit und der Geburt von Sohn Felix auf seine angestammte Bühne des Gewichthebens zurück. "Ich freue mich riesig auf die Europameisterschaft und möchte dort gerne eine Medaille holen", sagte der Olympiasieger von Peking 2008, ehe er am Freitagmorgen vom Frankfurter Flughafen in Richtung Minsk abflog. In der weißrussischen Hauptstadt tritt der "stärkste Mann der Welt" an diesem Sonntag (15 Uhr) trotz extrem langer Wettkampfpause als Mitfavorit im Superschwergewicht an.

"Diesmal muss es nicht Gold sein, aber eine Medaille ist ganz klar das Ziel", sagte Bundestrainer Frank Mantek. "Matthias hat sehr gut trainiert und ist in einer ansprechenden Form. Nach der langen Pause ist es wichtig zu sehen, wie er sich auf der Bühne bewegt. Es wird Zeit, dass Matthias endlich wieder einen Wettkampf bestreitet."

Nach dem Sensations-Coup bei den Olympischen Spielen in China, als Steiner mit 461 Kilo die Goldmedaille in der Königskategorie eroberte, suchte der gebürtige Österreicher lange nach neuer Motivation. Er avancierte zum umjubelten Star auf diversen Empfängen, wurde Sportler des Jahres 2008, erhielt den Bambi sowie zahlreiche andere Auszeichnungen und wurde bereits kurz nach seiner Rückkehr in die Trainingshalle von einer Leistenoperation zurückgeworfen. Das ursprüngliche Ziel der WM 2009 in Koyang/Südkorea war so nicht zu erreichen. Also verzichtete der 140-Kilo-Koloss auf einen Start, weil die Form einfach nicht stimmte.

"Diesmal sind die Vorzeichen anders. Matthias hat bereits 430 Kilo in der Bundesliga vorgelegt, und mit 430 plus x sollte er auf alle Fälle in den Medaillenbereich vordringen", meinte Trainer Mantek vor der Rückkehr seines Topathleten. In Minsk ist Steiner mit avisierten 435 Kilo im Zweikampf Nummer zwei der Meldeliste hinter seinem Erzrivalen Jewgeni Tschigischew. Der Russe, der in Peking von Steiner durch dessen 258 Kilo im letzten Versuch im Stoßen noch auf Platz zwei verwiesen worden war, hat sich für die EM mindestens 445 Kilo vorgenommen. "Wir schieben die Favoritenrolle mal dem Tschigischew zu und warten ab, was die anderen noch drauf haben", sagte Mantek.

Zu den anderen zählt der Bundestrainer auch Vizeeuropameister Almir Velagic aus Leimen, der die persönliche Bestleistung von 425 Kilo anpeilt. Im vergangenen Jahr hatte der für den AV 03 Speyer startende Athlet mit 418 Kilo EM-Silber gewonnen.

Auch Matthias Steiner hat beste Erinnerungen an europäische Titelkämpfe: Im April 2008 in Italien holte der 27-Jährige nach drei Jahren des Wartens auf die deutsche Staatsbürgerschaft und damit verbundener Abwesenheit von der internationalen Bühne auf Anhieb den Titel im Reißen sowie Zweikampf-Silber. dpa