Steinbacher Torhüter Paterok verlässt SV Elversberg verzweifeln

Kostenpflichtiger Inhalt: Regionalliga Südwest : Paterok lässt Elversberger verzweifeln

Der Fußball-Regionalligist scheitert immer wieder am Steinbacher Torhüter und verliert das Spitzenspiel mit 0:2.

Mit ausgebreiteten Armen liefen die Spieler des TSV Steinbach in der 61. Minute auf ihren Torhüter Tim Paterok zu. Sie umarmten ihn, klatschten mit ihm ab und feierten ihn. Paterok hatte Sekunden zuvor einen von der Strafraumgrenze geschlenzten Ball von Israel Suero mit einer Superparade an den Pfosten gelenkt und den Nachschuss von Sinan Tekerci mit dem Fuß abgewehrt. „Ich habe in den vergangenen Wochen auch schon so stark gehalten. Es fühlt sich zurzeit richtig gut an“, sagte Paterok nach dem Spiel zufrieden grinsend.

Paterok war einer der Hauptgründe, warum die SV Elversberg am Samstag das Topspiel in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den TSV Steinbach mit 0:2 verlor. Die Gäste kamen mit der besten Abwehr der Liga im Gepäck nach Elversberg. Erst vier Gegentore hat der TSV in dieser Saison kassiert. Bei der SVE waren es 14 Gegentore. Und in der 38. Minute sahen die 1351 Zuschauer auch, warum das so ist. Ein Freistoß des Ex-Elversbergers Kevin Lahn, der ansonsten unauffällig blieb, wurde von der Mauer abgefälscht und segelte im hohen Bogen Richtung Fünf-Meter-Raum. Während Steinbachs Christopher Kramer lossprintete, ging Gegenspieler Suero nicht früh genug mit – und Kramer schoss das 1:0 für den TSV.

Auf der anderen Seite sah man nur vier Minuten später das erste Mal, warum die Gäste erst vier Gegentore bekommen haben. Benno Mohr schoss aus fünf Metern mit der Picke aufs Tor, Paterok parierte sensationell mit einer Hand. Nach der Pause drehte Paterok dann richtig auf und hielt einfach alles. „Vom Spiel her kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen. Wir waren besser, aber das Ergebnis stimmt nicht“, sagte SVE-Trainer Horst Steffen. Die SVE zeigte, wie die beste Abwehr der Liga zu knacken ist, scheiterte aber immer wieder an Paterok. Stürmer Thomas Gösweiner nahm den Ball aus 14 Metern volley, die Kugel war auf bestem Weg ins rechte, untere Toreck, doch plötzlich kam Paterok angeflogen und lenkte den Ball noch um den Pfosten.

„Das ist bitter. Wir haben den Gegner komplett beherrscht und haben den Ball einfach nicht ins Tor bekommen. Der Torwart hat unglaublich gehalten“, sagte SVE-Kapitän Luca Dürholtz. Um den Ball zurzeit dagegen ins Elversberger Tor zu schießen, muss man nicht viel machen. Innenverteidiger Mike Eglseder vertändelte den Ball in C-Jugend-Manier beim Spielaufbau, Manuel Hoffmann lief alleine auf das Tor zu und schoss flach ins lange Eck zum 0:2. Torhüter Frank Lehmann hatte keine Abwehrchance.

Wie aus dem Nichts kamen die Steinbacher an der Kaiserlinde zu zwei Großchancen, nutzten diese und entschieden so das Spiel im Stile einer Spitzenmannschaft. Die SVE hat mit 24 Toren zwar weiterhin die beste Offensive der Liga, muss aber einen wahnsinnigen Aufwand betreiben, um zu klaren Chancen zu kommen. „Es nervt einfach zurzeit, dass der Ball nicht ins gegnerische Tor geht. Wir sind in so gut wie jedem Spiel die bessere Mannschaft, haben aber gerade kein Spielglück“, sagte SVE-Sportdirektor Ole Book. Ein Zustand, der die SVE-Spieler am meisten aufregt. Nach dem Spiel saßen die Spieler mit hängenden Köpfen auf der Bank oder auf dem Rasen. „Was sollen wir machen? Uns fehlt ein bisschen Glück“, sagte Mittelfeldspieler Patryk Dragon.

Zwar bleibt die SVE trotz der dritten Niederlage aus vier Spielen auf dem dritten Tabellenplatz, doch der Abstand zu den Spitzenteams 1. FC Saarbrücken und TSV Steinbach beträgt nun acht Punkte.

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