| 20:20 Uhr

1. FC Saarbrücken
Steinbach ist mit Schmerzen verbunden

Marlon Krause (am Boden) soll gegen Steinbach den verletzten FCS-Kapitän Manuel Zeitz (rechts) ersetzen.
Marlon Krause (am Boden) soll gegen Steinbach den verletzten FCS-Kapitän Manuel Zeitz (rechts) ersetzen. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Gegen den TSV, der am Samstag in Völklingen gastiert, erlitt FCS-Stürmer Kevin Behrens einst eine heftige Verletzung. Patric Cordier

An diesem Samstag um 14 Uhr empfängt der 1. FC Saarbrücken im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion den TSV Steinbach zum letzten Spiel der Vorrunde in der Fußball-Regionalliga Südwest. Mit dem Verein aus der hessischen Provinzstadt Haiger verbinden sich für den FCS einige durchaus schmerzliche Erinnerungen. So war Steinbach vor knapp zwei Jahren der Gegner beim bislang letzten Spiel im Saarbrücker Ludwigsparkstadion. Der FCS siegte damals mit 4:0. Der Schmerz über den Verlust der Heimat ist bei den Blau-Schwarzen bis heute nicht vergangen – im Gegenteil.



Schmerzlich war auch das Aufeinandertreffen in der letzten Saison. Beim 2:1-Sieg erzielte Patrick Schmidt das Siegtor, nachdem die Steinbacher Nico Herzig (Eigentor, er wird diesmal gesperrt fehlen) und Patrick Dulleck zuvor getroffen hatten. Der FCS „bezahlte“ die Punkte aber teuer. Kevin Behrens zog sich nach mehreren üblen Fouls eine Oberschenkelverletzung zu, musste später sogar operiert werden und fehlte bis zur Winterpause. Viele Fans sagen, es sei die entscheidende Schwächung im Kampf um die Relegationsplätze gewesen. „Verletzungen gehören dazu. Ich hege keinen Groll oder Rachegelüste“, sagt Behrens über die Verletzung und freut sich lieber über die Anerkennung: „Diese Wertschätzung ist toll, aber so weit würde ich nie gehen. Ich bin nur ein Teil des Ganzen.“

Aber ein ganz wichtiger, der mit seiner Art zu spielen Mannschaft uns Fans mitreißen kann. „Mein Fußball lebt von Wille und Mentalität“, sagt Behrens, der sich unter der Woche am Rücken behandeln lassen musste: „So lange ich denke, dass es irgendwie geht und ich der Mannschaft helfe, gehe ich auf den Platz.“ Bei seiner letzten Station Rot-Weiß Essen als untrainierbar abgestempelt, hat sich der 26-jährige Bremer in Saarbrücken zu einem der Anführer entwickelt. „Ich bin gereift und habe aus den bisherigen Stationen gelernt. Sonst wäre ich ja richtig dumm“, sagt er, „es hat damals klick im Kopf gemacht. Saarbrücken war ein Glücksfall für mich, dafür bin ich sehr dankbar.“ Im Dezember wird Behrens heiraten, im Februar kommt Nachwuchs. „Meine Frau weiß, was es wird, ich lasse mich überraschen.“

FCS-Trainer Dirk Lottner muss seinen Kader diesmal verändern. Kapitän Manuel Zeitz fällt mit einer Muskelverletzung im Gesäß bis Jahresende aus. Das tut nicht nur ihm weh. „Manuel ist für uns schwer zu ersetzen“, sagt auch Behrens, „er hält den Laden zusammen. Da müssen wir jetzt als Mannschaft durch.“ Erster Kandidat für die Position im defensiven Mittelfeld könnte Marlon Krause sein, der nach überstandener Gürtelrose wieder voll im Training steht. Auch Jordan Steiner wartet noch immer auf seine Chance. „Auf einen der beiden läuft es hinaus. Wir brauchen einen, der in der Defensive Zweikämpfe gewinnt“, sagt Lottner. Steven Zellner aus der Innenverteidigung vorziehen möchte er aber nicht: „Es besteht kein Grund, alles durcheinanderzuwürfeln und unsere Grundausrichtung wegen einer Position zu verändern.“ Mario Müller wird nach seiner Mittelhand-Operation spielen können.

Doch auch zwei Steinbacher haben keine guten Erinnerungen an den FCS. Timo Kunert konnte sich dort in der Saison 2014/15 nie wirklich durchsetzen. Dennis Wegner war in Saarbrücken mehr verletzt als gesund. In dieser Saison hat Linksfuß aus Greifswald bereits elf Mal gespielt – in einer Mannschaft, die vor der Runde zu den stärksten Teams der Liga gezählt wurde. Den Beweis dafür blieb das Team von Trainer Matthias Mink, der unter der Woche seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat, mehr als schuldig. Würde Steinbach in Völklingen aber wieder in die Spur finden, täte das dem FCS erneut richtig weh.