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Steigerung und Regeneration

Steigerung und Regeneration

Saarbrücken. Fit war sie. Motiviert auch. Die Form hat gestimmt, Erfahrung brachte sie ohnehin mit in den Wettkampf. Aber 6,48 Meter - das Ergebnis bei den deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Kassel entsprach gar nicht der Vorstellung von Weitspringerin Bianca Kappler (LC Rehlingen)

Saarbrücken. Fit war sie. Motiviert auch. Die Form hat gestimmt, Erfahrung brachte sie ohnehin mit in den Wettkampf. Aber 6,48 Meter - das Ergebnis bei den deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Kassel entsprach gar nicht der Vorstellung von Weitspringerin Bianca Kappler (LC Rehlingen). "Ich habe mir schon einige deutsche Meisterschaften selbst kaputt gemacht, aber diesmal waren es die äußeren Bedingungen", ärgert sich die 33-jährige Vizemeisterin über den starken Gegenwind und ergänzt: "Auf dem Papier sieht das jetzt natürlich nicht so gut aus. Aber für mich war wichtig, dass ich eine Medaille geholt habe und den Wettkampf gesund überstanden habe."Schließlich ist Kappler eine der drei Athleten, die das Saarland vom 27. August bis zum 4. September bei den Weltmeisterschaften in Daegu vertreten werden. Neben Kappler werden Speerwerfer Matthias de Zordo (SV schlau.com Saar 05) und Weitspringer Christian Reif (ABC Ludwigshafen), der in Saarbrücken lebt und trainiert, in Südkorea dabei sein. Und richtig zufrieden war keiner von ihnen mit den Ergebnissen bei den deutschen Meisterschaften. Wie Bianca Kappler sprang auch Christian Reif mit 7,82 Metern nur auf Rang zwei. "Es wäre aber zu einfach, dem Wind allein die Schuld zu geben", meint Europameister Reif: "Es hat auch an meiner Unfähigkeit gelegen, mit diesen Bedingungen klarzukommen."

Am 18. August steigt Reif mit seiner Trainingsgruppe in den Flieger Richtung Asien. Bis dahin legt er vor allem Wert auf eines: Regeneration. "Die Wettkampf-Planung war im letzten halben Jahr vielleicht nicht ganz optimal. Nach meiner Fuß-Verletzung im November (beim Treppensteigen, Anm. d. Red.) war ich dazu gezwungen, viele Wettkämpfe zu machen, um die WM-Norm schnell zu erreichen", erklärt Reif, "jetzt versuche ich, Ehrungen, Empfänge und Wettkämpfe abzublocken, weil dabei viel Reisestress entsteht." Sein Leistungsvermögen sieht der Athlet momentan bei etwa 8,20 Metern, "ab 8,30 Metern ist bei der WM eine Medaille drin. Und das sollte auch mein Ziel sein", sagt er.

Die gleichen Ambitionen hat Speerwerfer Matthias de Zordo, der bei der DM seinen Meistertitel verteidigt hat - trotz einer mäßigen Weite von 81,06 Metern. Im Training wird er in den Wochen bis zur WM noch zulegen - "in der Kraft und in der Technik", sagt der Linkshänder. Der letzte Wettkampf-Test wird für ihn das Diamond-League-Meeting heute in Stockholm sein, ehe er am 21. August Kappler und Reif auf die Insel Jeju folgt, wo die deutsche Mannschaft ihr Vorbereitungs-Lager zur WM aufschlagen wird. Am 1. September ist der Qualifikations-Wettkampf der WM, am 3. September das Finale. "Ich will an die Leistungen aus dem vergangenen Jahr anknüpfen und eine Treppchenplatzierung erreichen. Mit einer Weite über 85 Meter sollte das klappen", vermutet de Zordo.

Bianca Kappler stapelt derweil ein bisschen tiefer. "In den nächsten drei Wochen arbeite ich noch an meiner Grundschnelligkeit. Die Zeit ist auch entscheidend, ob ich gesund bleibe und eine gute Grundlage schaffen kann", meint sie, "ich hoffe, dass ich mit einem guten Sprung das Finale erreichen kann." Die Chance ist auf jeden Fall da, und dann würde es auch auf dem Papier gut aussehen. Im Unterschied zu Kassel.