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Stefan Schumacherfährt ins Gelbe Trikot

Stefan Schumacherfährt ins Gelbe Trikot

Cholet. Den deutschen Radsport-Fans steht eine Tour-Woche in Gelb bevor. Stefan Schumacher hat mit einem Parforce-Ritt im Zeitfahren die Weltelite geschockt und das Trikot des Spitzenreiters erobert. Der WM-Dritte aus Nürtingen fuhr am Dienstag auf der 4

Cholet. Den deutschen Radsport-Fans steht eine Tour-Woche in Gelb bevor. Stefan Schumacher hat mit einem Parforce-Ritt im Zeitfahren die Weltelite geschockt und das Trikot des Spitzenreiters erobert. Der WM-Dritte aus Nürtingen fuhr am Dienstag auf der 4. Etappe über 29,5 Kilometer rund um Cholet in 35:44 Minuten eine Fabelzeit und verwies den Luxemburger Kim Kirchen (+18 Sekunden) auf den zweiten Rang. In der Gesamtwertung führt der Gerolsteiner-Profi nun mit zwölf und 21 Sekunden vor den Favoriten Kirchen und Cadel Evans aus Australien. Dem Schwaben ist zuzutrauen, das "Maillot Jaune" noch bis ins Zentralmassiv zu retten.

"Ein Traum - ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin beim Zuschauen im Mannschaftsbus verrückt geworden", sagte der 26-jährige Schumacher, nachdem er den letzten 23 Fahrern tatenlos zuschauen musste. "Wenn ich mir eine Strecke hätte aussuchen können, dann die. Die Distanz und das Profil waren ideal für mich. Es ging heute viel über die Kraft, dass Rennen lief optimal für mich, ich habe in keiner Kurve Zeit liegen gelassen", sagte Schumacher, der seinem Mechaniker wegen eines kurzfristig ohne Absprache ausgetauschten Lenkers "keinen Stunk" versprach: "Ich hatte von Anfang an gespürt, dass ich einen guten Tag hatte - mit dem Lenker war es doch nicht so schlimm."

Zweitbester der 16 deutschen Tour-Teilnehmer war der Berliner Jens Voigt (36:19) als Siebter. Der favorisierte Doppel-Weltmeister Fabian Cancellara (Schweiz) wurde nur Fünfter. Die übrigen starken deutschen Zeitfahrer wie Sebastian Lang und Markus Fothen enttäuschten. Vor 14 Tagen bei den deutschen Zeitfahr-Titelkämpfen war der WM-Fünfte Lang auf Rang vier ebenfalls unter seinen Möglichkeiten geblieben. Auch in Cholet war er in 37:13 mit seiner Vorstellung nicht recht zufrieden und von seinem Tour- Topergebnis von 2006 weit entfernt. Vor zwei Jahren fuhr Lang beim ersten Zeitfahren auf den dritten Platz und wurde nur von Sergej Gontschar und Floyd Landis bezwungen, die später wegen auffälliger Blutwerte beziehungsweise Dopings aus ihren Teams flogen. Seinen Team-Kollegen Fothen, 2003 U23-Weltmeister im Zeitfahren, erwischte es am schlimmsten. Er büßte bereits am vierten Tourtag seine Chancen im Gesamtklassement ein. dpa

Auf einen Blick

Die längste Etappe der diesjährigen Tour de France wird wohl im Massenspurt entschieden. Nach dem Start in Cholet geht es für die Radprofis heute über 232 größtenteils flache Kilometer nach Chateauroux. Einen Tag, bevor im Zentralmassiv die erste Bergankunft wartet, können sich die Klassements-Fahrer noch etwas zurückhalten. In Chateauroux, Geburtsstadt des französischen Schauspielers Gerard Depardieu, machte die Tour bislang nur 1998 Station. Damals gewann der italienische Radprofi Mario Cipollini. dpa