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Startschuss für die neue "Derby-Liga"Die Trainer halten die Bälle lieber flach

Startschuss für die neue "Derby-Liga"Die Trainer halten die Bälle lieber flach

Saarbrücken. Die besten Handballer des Saarlandes, mal abgesehen von den einheimischen Spielern des Zweitligisten HG Saarlouis, messen künftig ihre Kräfte in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. In der vierthöchsten deutschen Spielklasse gehen für den Handball-Verband Saar (HVS) gleich sieben Teams an den Start, kämpfen um Tore und Punkte, um den Titel oder den Klassenverbleib

Saarbrücken. Die besten Handballer des Saarlandes, mal abgesehen von den einheimischen Spielern des Zweitligisten HG Saarlouis, messen künftig ihre Kräfte in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. In der vierthöchsten deutschen Spielklasse gehen für den Handball-Verband Saar (HVS) gleich sieben Teams an den Start, kämpfen um Tore und Punkte, um den Titel oder den Klassenverbleib. In einer Liga, die nach einer großen Struktur-Reform stärker denn je sein dürfte - und in der es vor Saar-Derbys nur so wimmelt. Kein Wunder, dass alle Handball-Fans in der Region den Startschuss kaum erwarten können. Ernst wird es am ersten Wochenende im September für die SGH St. Ingbert, die HG Saarlouis II, die HF Illtal und den SV 64 Zweibrücken, die sich in der Vorsaison gegen die rheinländischen und pfälzischen Rivalen behaupten konnten. Neu dabei sind die Ex-Regionalligisten HF Untere Saar und VTZ Saarpfalz sowie Saarlandliga-Meister HSG Völklingen, der auf die Rückkehr im überregionalen Handball brennt. Und die Hüttenstädter sind bestens gerüstet. Mit Nobert-Andràs Petö (23) und Daniel Simeria (27) haben sie sich einen ungarischen und einen rumänischen Erstliga-Spieler ins Boot geholt und geben sich selbstbewusst. "Wir wollen die Saison als beste Saarländer abschließen", lautet die Kampfansage von Vereins-Chef Uwe Kunkel (Foto: Wieck). Der Kampf gegen den Abstieg habe für einen Aufsteiger allerdings oberste Priorität. Die für den HVS startenden Teams des SV 64 Zweibrücken und VTZ Saarpfalz zählt Kunkel übrigens nicht zu den "Saarländern". Letzteren sieht er als Titel-Favoriten.VTZ-Trainer Christoph Luck bedankt sich für die Vorschuss-Lorbeeren, sieht die Rolle seiner Mannschaft aber gelassen. "Es gibt drei bis vier Teams, die Meister werden können. Und wir gehören sicher dazu", sagt er. Pure Untertreibung? Vielleicht, denn die Rückraum-Achse mit Raimonds Trifanovs, Philip Wiese und Kai Schumann zählt zum Besten, was die Liga in diesem Punkt zu bieten hat. Auch Neuzugang Torben Rixecker (HF Untere Saar), Dennis Adler, Thorsten Bas und die Leffer-Zwillinge Johannes und David haben Drittliga-Potenzial. "Klar wollen wir vorne mitspielen. Nieder-Olm, Saulheim und den SV 64 Zweibrücken sehe ich aber auf Augenhöhe", sagt Luck. Der Stadt-Rivale wurde in der vergangenen Spielzeit Dritter. Die SV-Truppe von Trainer Stefan Bullacher ist eingespielt wie keine andere, unglaublich heimstark und kann jeden Oberliga-Gegner schlagen. Während Luck und Bullacher überwiegend auf ihre alten Kader zurückgreifen können, befinden sich die Handballfreunde Untere Saar nach dem Weggang von sieben Spielern im Neuaufbau. Zu den Routiniers wie Peter Laux, Thomas Kochann und Alex Bochum stoßen Talente aus der eigenen Jugend. Talente mit großem Potenzial. Das zumindest meint Jens-Peter Schlingmann. "Oberstes Ziel ist es, die jungen Spieler zügig zu integrieren. Gelingt dies, sollte ein Mittelfeldplatz drin sein", sagt der HF-Trainer. Erster Gegner ist die HG Saarlouis II, der Sechste der Vorsaison. HG-Neuzugang Jens Ehrich spielte kürzlich noch bei den Handballfreunden in Merzig. Die Torjäger Tobias Stemmler und Stefan Müller verließen dagegen das Saarlouiser Team. "Die Mannschaft hat viel Potenzial. Es werden andere Spieler nach vorn rücken. Das Ziel ist aber ganz klar der Klassenverbleib", sagt Trainer Dirk Mathis. Ein neues Gesicht hat die SGH St. Ingbert. Nach dem Weggang mehrerer Leistungsträger setzt Christian Schöller auf den eigenen Nachwuchs. Trotzdem erwartet der SGH-Trainer eine schwierige Saison: "Ich hoffe, dass die Spieler schnell zu einem Team zusammenwachsen. Wir wollen versuchen, mit der neuen Mannschaft zu bestehen." Den HF Illtal ist es trotz vieler Anfragen gelungen, die Mannschaft zusammenzuhalten. Allein Frank Nomine hörte aus privaten Gründen auf. Trotzdem ist Vereins-Chef Erich Hinsberger optimistisch: "Ziel ist der Klassenverbleib. Wenn wir von Verletzungspech verschont bleiben, ist das auch machbar. Ich erwarte aber eine knüppelharte Saison." Saarbrücken. Ein massives Derby-Aufkommen wie in der vierthöchsten deutschen Handball-Spielklasse der Männer wird es in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar der Frauen nicht geben. Dennoch ziehen für den Handball-Verband Saar (HVS) vier Mannschaften ins Feld, die den zahlenmäßig überlegenen Teams aus dem Rheinland und der Pfalz die Stirn bieten wollen: der HSV Merzig-Hilbringen, die FSG Oberthal-Hirstein, der Regionalliga-Absteiger DJK Marpingen und der SV 64 Zweibrücken. Einen Aufsteiger aus der Saarlandliga gibt es nicht, denn der Meister, die HSG Dudweiler konnte sich - im Unterschied zu den Völklinger Männern - in der Relegation nicht durchsetzen.Die Saisonziele der Saar-Vertreterinnen sind dabei unterschiedlicher Natur. Mit fast unverändertem Kader und Aufrückerinnen aus der zweiten Welle peilt die FSG Oberthal-Hirstein den Klassenverbleib an. "Wir waren Zwölfter und versuchen diesmal, auf einem einstelligen Tabellenplatz zu landen. Platz acht oder neun wäre super", sagt Claudia Schikotanz. Im ersten Oberliga-Jahr habe ihr junges Team viel dazugelernt. Die Vorbereitung verlaufe gut, sagt die FSG-Trainerin und ergänzt optimistisch: "Ich hoffe, dass wir die vielen knapp verlorenen Spiele diesmal gewinnen. Dann klappt das auch." Weiter oben mitspielen will der HSV Merzig-Hilbringen. Während Kreisläuferin Ariane Ehl von der Meisterschaft träumt, hält Andreas Kiedron lieber den Ball flach. "Einstelliger Tabellenplatz", entgegnet der HSV-Coach. Doch damit will der alte Trainer-Fuchs womöglich nur den Erfolgsdruck von seinem Team nehmen, das mit Top-Spielerinnen gespickt ist und in der Vorsaison Fünfter war. Der Abgang von Torhüterin Gina von Gilgenheimb zum Regionalligisten TuS Neunkirchen dürfte aber schmerzen.Der Regionalliga-Absteiger DJK Marpingen setzt auf eine Verjüngung seines Kaders. Mit Torjägerin Marina Bleimehl und Torfrau Carina Kockler (beide JSG Nordostsaar) hat sich das Team von Trainer Krzysztof Wroblewski die Dienste von zwei der besten Talente im Saarland gesichert. Saisonziel? "Nach der Rückkehr der Langzeitverletzen wird die Mannschaft hoffentlich in der Spitzengruppe mitspielen", sagt Team-Betreuer Ralf Wagner. Der SV 64 Zweibrücken war in der vergangenen Saison Siebter und dürfte auch diesmal im Mittelfeld der RPS-Oberliga anzusiedeln sein. ros Produktion dieser Seite: Kai Klankert, Peter WilhelmMark Weishaupt "Wir wollen die Saison als beste Saarländer abschließen."Uwe Kunkel,Vereins-Chef der HSG Völklingen

Auf einen BlickZugänge und Abgänge der saarländischen RPS-Ligisten:HG Saarlouis II: Abgänge: Stefan Müller (HC Berchem), Tobias Stemmler (Red Boys Differdingen). - Zugänge: Jens Ehrich (HF Untere Saar).HSGVölklingen: Abgänge: Hubert Bieniewicz (Karriere-Ende, Foto: Wieck), Alexander Hewener (TBS Saarbrücken), Stefan Dreßler (VTZ Saarpfalz). - Zugänge: Nobert-Andràs Petö (1. Liga Ungarn), Daniel Simeria (1. Liga Rumänien), Markus Maas (TV Altenkessel), Julien Santanini (Folsviller).HF Illtal: Abgänge: Frank Nominé (Karriere-Ende). - Zugänge: Steven Weiler (TV Merchweiler).SGHSt. Ingbert: Abgänge: Dominic Mader (SV 64 Zweibrücken), Peter Jancik (Ziel unbekannt), Alexander Wesely, Martin Schwarz (beide Karriere-Ende). - Zugänge: Simon Pytlik (HF Untere Saar), Sebastian Marx (TV Homburg), Jan Kreibig (Fortuna Saarburg), Simon Scheller, Ralf Wilhelm, Axel Grotjahn und Yarik Rebmann, Jelle van Donkersgoed (alle eigene Jugend).HF Untere Saar: Abgänge: Jens Ehrich (HG Saarlouis II), Torben Rixecker (VTZ Saarpfalz, Foto: cas), Simon Pytlik (SGH St. Ingbert), Matthias Hoffeld, Andy Dörr, Ralf Kreibig (alle Karriere-Ende). - Zugänge: Florian Schmidt (Fortuna Saarburg), Gerrit Peitsch, Matthias Böhm, Christian Darimont, Sebastian Klein, Dominic Koppenburg, Michael Oehm, Timm Reinert, Patrick Stengel, David Pfiffer (alle eigene Jugend).VTZ Saarpfalz: Abgänge: Vasilij Lundberg (Ziel unbekannt), Martin Rokay (Karriere-Ende). - Zugänge: Torben Rixecker (HF Untere Saar), Andreas Birk (TBS Saarbrücken), Stefan Dreßler (HSG Völklingen), Thorsten Bas (SV Zweibrücken).SV 64 Zweibrücken: Abgänge: Thorsten Bas (VTZ Saarpfalz). - Zugänge: Dominic Mader (St. Ingbert). ros Auf einen BlickZugänge und Abgänge der Frauen-Oberligisten:HSV Merzig-Hilbringen: Abgänge: Gina von Gilgenheimb (Neunkirchen), Jessica Ernst, Amelie Winters (beide 2. Mannschaft). - Zugänge: Lara Hanslik (Jugend), Alexandra Schulz (Perl), Lisa Stoller (2. Mannschaft).FSGOberthal: Abgänge: keine. - Zugänge: Christina Schulz, Giulia Wilhelmi, Svenja Rausch-Dupont (2. Mannschaft).DJK Marpingen: Abgänge: Maike Lehnen, Mira Brill, Swantje Stein (alle berufsbedingt), Joline Müller (Mainz). - Zugänge: Carina Kockler, Marina Bleimehl (beide JSG Nordostsaar), Eveline und Pauline Czajka (TuS Neunkirchen). ros