Starkes Abschneiden der Saar-Talente bei deutscher Jahrgangsmeisterschaft

Schwimmen : Hinter „Waschi“ und „Filde“ kommt einiges nach

Starkes Abschneiden der saarländischen Schwimmtalente bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin.

Nachdem mehrere Spitzenathleten den Standort Saarbrücken verlassen hatten, sind die Olympioniken Andreas Waschburger und Christoph Fildebrandt die Gesichter des saarländischen Schwimmens. Nur: „Waschi“ ist 32, „Filde“ 30 Jahre alt. Da kann schon mal die Frage aufkommen, was danach folgt. Die Antwort lieferten die Talente am vergangenen Wochenende bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften. Beim Saisonhöhepunkt gingen 19 saarländische Nachwuchs-Athleten fünf Tage lang ins Becken. Und was sie erreichten, ließ sich mehr als sehen.

Landestrainer Felix Weins und sein Kollege Jens Lohaus durften sich über 36 Finalplätze, acht neue Jugend-Saarlandrekorde und 16 Medaillen, davon acht goldene, freuen. Und das, obwohl zum Beispiel ein Toptalent wie Katharina Zwing fehlte. Was noch auffiel: Die Steigerungen geschahen auf breiter Basis, waren über die gesamte Mannschaft verteilt. „Am Ende war wirklich das ganze Team stark. Jeder hat sich verbessert und sein Potenzial ausgeschöpft“, freut sich Weins.

Nach dem Abgang von Spitzensportlern wie Annika Bruhn, Henning Mühlleitner, Celine Rieder oder Marlene Hüther seien die Vorzeichen etwas anders. „Wir können mehr Zeit in die Talente investieren“, sagt Weins. Offenbar gut angelegte Zeit. Denn: „Wir haben auch im Saarland Talente, die deutscher Meister werden können.“

Am herausragendsten waren die Zeiten von Michael Raje. Der 13-Jährige holte vier Goldmedaillen über 50, 100 und 200 Meter Brust sowie 50 Meter Schmetterling. „Er ist ein Ausnahmeschwimmer“, sagt Weins über den Zweibrücker, der zudem über 50 Meter Brust in 30,87 Sekunden den 15 Jahre alten deutschen Altersklassenrekord brach. Und das, obwohl der stärkste deutsche Brustschwimmer des Jahrgangs 2006 noch gar nicht an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken trainiert. Raje trainiert nur bei seinem Verein, den Wassersportfreunden Zweibrücken. „Kompliment an Thomas Schappe, seinen Trainer dort“, sagt Weins, „er macht das sehr gut“. Sollte Rajes Entwicklungskurve weiter so nach oben zeigen, müsste er aber in einer stärkeren Gruppe wie in Saarbrücken trainieren.

Luca Leon Schumacher zeigte, dass er zurzeit der beste deutsche Mittel- und Langstreckenschwimmer des Jahrgangs 2004 ist. Der Püttlinger holte Bronze über 400 Meter Freistil sowie Gold über 800 und 1500 Meter Freistil. Zwei Mal Silber gewann Carl Morris Magold (2004), der über 400 Meter Lagen den 14 Jahre alten Saarlandrekord von Lucien Haßdenteufel pulverisierte.

Und dann war da noch Timo Sorgius. Der 17-Jährige aus Konstanz war letzten Sommer aus Halle an der Saale ins Saarland zurückgekehrt. „Timo kann nur gut schwimmen, wenn er sich wohlfühlt, hat mir seine Mutter gesagt“, erzählt Trainer Weins. Das tut Sorgius in Saarbrücken offenbar: Mit zwei Mal Gold (über 100 und 200 Meter Freistil), drei Mal Silber (50 und 100 Meter Freistil, 200 Meter Rücken) und einmal Bronze (50 Meter Rücken) holte er sechs Mal Edelmetall und war der größte Titelhamster in Berlin. Als Lohn wurde er am Mittwoch für das European Youth Olympic Festival Ende Juli in Baku/Aserbaidschan nominiert.

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