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Stanislawskis Emotionen beleben 1899

Stanislawskis Emotionen beleben 1899

Sinsheim. Als der erste Bundesliga-Sieg für ihn seit einem halben Jahr feststand, genoss Holger Stanislawski (Foto: dapd) das Glücksgefühl in vollen Zügen. Mit dem 1:0 gegen Meister Borussia Dortmund feierte er erstmals seit dem 12. Februar - damals beim FC St. Pauli - einen Erfolg im Fußball-Oberhaus und zugleich eine tolle Heimpremiere als Trainer von 1899 Hoffenheim

Sinsheim. Als der erste Bundesliga-Sieg für ihn seit einem halben Jahr feststand, genoss Holger Stanislawski (Foto: dapd) das Glücksgefühl in vollen Zügen. Mit dem 1:0 gegen Meister Borussia Dortmund feierte er erstmals seit dem 12. Februar - damals beim FC St. Pauli - einen Erfolg im Fußball-Oberhaus und zugleich eine tolle Heimpremiere als Trainer von 1899 Hoffenheim."Ich freue mich, dass wir für 90 Minuten harte Arbeit belohnt wurden", sagte Stanislawski. Wie seine Spieler auf dem Feld gab der Trainer alles: "Ich spiele mit an der Linie. Es war anstrengend. Ich habe geschwitzt und fünf, sechs Flaschen Wasser getrunken. So fühlt sich Arbeit an", erklärte er - und räumte ein: "Man erreicht sicher nicht jeden, es dient also eher zu meiner Beruhigung." Mit seiner offenen und emotionalen Art ist er auf dem besten Weg, Hoffenheim aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. "Was wir in der Besprechung vor dem Spiel gehört haben, ist mir so noch nie vorgekommen. Das sind Momente, die man in seinem Leben nicht vergisst", berichtete Torhüter Tom Starke: "Diese Emotionen haben das letzte halbe Jahr gefehlt." Kapitän Andreas Beck lobte: "Der Trainer tut sehr gut. Er fiebert mit, das ist wichtig." Es scheint, als brechen in Hoffenheim bessere Zeiten an.

Stanislawskis Gegenüber Jürgen Klopp (Foto: dapd) dagegen war gereizt. Doch nicht die Niederlage seiner "Himmelsstürmer" nervte den Meister-Trainer, sondern Fragen nach Gründen für den müden Auftritt von Mario Götze und dessen Auswechslung nach 54 Minuten. "Wir haben körperliche Müdigkeit festgestellt", antwortete Klopp kurz und knapp. Drei Tage nach seiner Gala im Nationaltrikot beim 3:2 gegen Brasilien konnte Götze dem Dortmunder Spiel keine Impulse verleihen.

"Er war ein wenig müde, das ist ein Stück weit normal für einen 19-Jährigen", sagte Sportdirektor Michael Zorc. "In der Pause hat er gesagt, dass wir langsam an einen Wechsel denken sollten", erklärte Klopp. Nach dem 3:1 gegen den Hamburger SV und dem Auftritt in der Nationalelf wurden viele Jubelarien auf Götze angestimmt. Von "Kopfproblemen" bei Götze wollte Klopp nichts wissen. Vielmehr mahnte er Sachlichkeit an. "Dass die Öffentlichkeit beim Erreichen von Zielen hilft, ist selten. Deshalb war ich nicht überrascht, dass Dinge überzeichnet wurden. In der vergangenen Woche ist es über uns gekommen wie aus einem Füllhorn", geißelte er Schlagzeilen über das "Jahrhundert-Talent" und einen Durchmarsch der Borussia. "Jeden hat das ein bisschen genervt. Da wurde teilweise keine Peinlichkeit ausgelassen", übte auch Verteidiger Mats Hummels Medienschelte. dpa

Ein Hoffenheimer Mitarbeiter hat beim Spiel gegen Dortmund mit einer eigenmächtigen Akustik-Attacke Borussia-Fans belästigt. Der Mitarbeiter "wollte ,ein Gegenmittel' gegen die aus seiner Sicht nicht mehr erträglichen Beleidigungen gegenüber Herrn Dietmar Hopp einsetzen", erklärte der Verein gestern. Hoffenheim hat arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet.