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Standpauke und „heiße“ Stürmer

Stürmer Felix Luz ist mit zwei Toren in zwei Spielen einer der Elversberger Lichtblicke nach der Winterpause. Foto: Schlichter
Stürmer Felix Luz ist mit zwei Toren in zwei Spielen einer der Elversberger Lichtblicke nach der Winterpause. Foto: Schlichter FOTO: Schlichter
Elversberg. Im Abstiegskampf der 3. Liga erwartet die SV Elversberg an diesem Samstag den zwei Punkte vor ihr liegenden Halleschen FC. Für Tore soll erneut Felix Luz sorgen, der nach der Winterpause wieder auftrumpft. Von SZ-MitarbeiterHeiko Lehmann

Eine Woche ist die 1:2-Niederlage der SV Elversberg bei den Stuttgarter Kickers mittlerweile her. Diese drei Punkte fehlen der SVE im Abstiegskampf der 3. Fußball-Liga. Trainer Dietmar Hirsch könnte deswegen auch heute noch - kurz vor dem wichtigen Heimspiel an diesem Samstag gegen den Halleschen FC (14 Uhr, Stadion an der Kaiserlinde) - an die Decke gehen.

"Natürlich war ich enttäuscht, dass wir verloren haben. Doch noch schlimmer waren die Begleitumstände", sagt Hirsch, holt Luft und fährt fort: "Die Einstellung einiger hatte einfach nichts mit Professionalität zu tun. Ich wusste morgens um zehn Uhr schon, dass der Platz hart und teilweise gefroren war. Manche Spieler waren vor dem Spiel nicht auf dem Platz, um sich für die richtigen Schuhe zu entscheiden. Das geht so nicht." Und die Kritik des SVE-Trainers geht weiter: "Dann kommt Unpünktlichkeit hinzu, vor allem bei jüngeren Spielern. Sei es zu Trainingseinheiten oder zu anderen Terminen, die wir haben. Es haben einige noch nicht begriffen, dass Fußball ihr Beruf ist und keine Freizeitbeschäftigung, bei der man machen kann, was man will." Nach einer deutlichen Kabinen-Standpauke unmittelbar nach der Niederlage bei den Kickers folgte in dieser Woche mit einer Verschärfung des Strafenkataloges die nächste Konsequenz.

Felix Luz, mit zwei Toren in zwei Spielen einer der Lichtblicke nach der Winterpause, muss sich darüber keine Gedanken machen. "Ich komme nie zu spät. Irgendwann in deiner Fußball-Karriere muss es eben mal Klick machen, sonst bleibst du ein Hobbyspieler. Die richtige Einstellung zu deinem Beruf muss ganz oben stehen", sagt Luz, der trotz seine starken Form zur Zeit nur Ersatzspieler ist.

"Natürlich will ich von Beginn an spielen und bin wie jeder andere enttäuscht, wenn ich auf der Bank sitze. Aber auch hier zählt die Einstellung. Ich will gewinnen, ob ich von Beginn an spiele oder eingewechselt werde. Wenn ich anders denke, stehe ich der Mannschaft und mir selber im Weg", sagt Luz, der von Trainer Hirsch ein Sonderlob erhält: "Während bei anderen die Köpfe nach unten gingen, als sie erfahren haben, dass sie nicht spielen, ist Felix aufgestanden und hat die Jungs richtig motiviert. Das ist die Einstellung, die uns weiter bringt."

Ob Luz gegen Halle anfangen darf? Zuletzt hatte Hirsch Neuzugang Ondrej Smetana in der Spitze gebracht, der konnte aber nicht überzeugen. Auch Angelo Vaccaro will von Beginn an spielen. Und der vor der Winterpause verletzte Luz natürlich. "Ich bin fit, meinem Knie geht es besser. Ich will gewinnen - egal wie", sagt er und liegt auf der Wellenlänge des Trainers. "Wenn Felix in die Partie kommt, passiert immer etwas. Das ist eine Waffe. Aber wie wir anfangen werden, weiß ich noch nicht", sagt Hirsch.