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Stammplatz, Ersatzbank oder Tribüne

Elversberg. Beim wichtigen 1:0-Erfolg am vergangenen Samstag gegen Wacker Burghausen zeigte der Elversberger Alexander Buch im defensiven Mittelfeld eine richtig gute Leistung. Ob er am Sonntag überhaupt im Kader ist, weiß er nicht. leh

Seit 20 Spielen ist Dietmar Hirsch Trainer des Fußball-Drittligisten SV Elversberg. 20 Spiele, in denen es jedes Mal eine unterschiedliche Aufstellung gab. Der Grund? "Wir analysieren jeden Gegner und machen uns dann einen Plan, wie wir spielen", argumentiert Hirsch seit seinem Amtsantritt. Mit Kenneth Kronholm, Timo Wenzel, Lukas Billick, Marc Groß, Milad Salem und Felix Luz (wenn das Knie hält) bilden sechs Spieler den Stamm der Mannschaft. Alles andere richtet sich nach der Taktik. Eine Situation, die für die restlichen Spieler im Kader nicht gerade einfach ist.

"Ich kenne das durchaus, dass man aus taktischen Gründen eine Mannschaft umstellt. Aber so krass wie in dieser Saison in Elversberg habe ich das noch nicht erlebt", sagt Alexander Buch, ein Leistungsträger der vergangenen Saison, den es in dieser Spielzeit besonders hart trifft. Nach langwierigen muskulären Problemen zu Beginn der Runde hatte sich Buch im Oktober in die Startelf gespielt. Nach ansprechenden Leistungen als Außenverteidiger folgte der Bank- oder Tribünenplatz - wegen der Taktik. Dann war Buch für kurze Zeit Stammspieler im defensiven Mittelfeld, dann wieder auf der Tribüne.

Nach einer starken Wintervorbereitung mit guten Leistungen in den Testspielen war der 25-Jährige dicht an der Startelf, gehörte aber bis zum vergangenen Wochenende nie zum Kader am Spieltag. Beim 1:0-Sieg letzten Samstag gegen Wacker Burghausen spielte Buch von Beginn an, war erneut als defensiver Mittelfeldspieler stark und kam sogar drei Mal zum Torabschluss. Hört man den taktischen Überlegungen von Trainer Hirsch zu, ist aber völlig offen, ob Buch an diesem Sonntag (14 Uhr) beim Tabellenzweiten Leipzig dabei ist.

"Nach den bisherigen taktischen und personellen Varianten im Training denke ich nicht, dass ich spiele, aber die Woche ist ja noch lang", sagt der 25-Jährige, den das ständige Wechselspiel beeinflusst. "Ich denke, das geht an keinem Spieler spurlos vorüber. Als Fußballer willst du spielen. Und wenn man gute Leistungen zeigt und dann plötzlich wieder gar nicht zum Kader gehört, ist das schon schwer zu verkraften", sagt der Ur-Bayer, der vom FC Ismaning vor einem Jahr nach Elversberg kam und im französischen Forbach in einem Haus mit seinen Mannschaftskollegen Daniel Jungwirth und Dominik Rohracker wohnt.

Eine Dreier-Bayern-WG, die auf dem Platz das gleiche Leid teilt - die Ungewissheit, ob man von Beginn an spielt oder nicht oder ob man überhaupt im Kader ist. "Ich fühle mich hier super wohl, aber ich will Fußball spielen. Ich denke, das geht allen Spielern so, die in so einer Situation sind", erklärt der Defensivspieler, der vor seinem Engagement bei der SVE ans Aufhören dachte. "Ich wollte einen Beruf lernen und nur noch hobbymäßig spielen. Ich mache mir da schon Gedanken drüber, wie es weiter geht", sagt Buch, dessen Vertrag im Juni ausläuft und der im Saarland ein bayrisches Restaurant vermisst. Soll das heißen, dass im Sommer Schluss mit Fußball ist und Buch im Saarland ein bayrisches Restaurant eröffnet? "Nein, nein", sagt er, lacht und merkt augenzwinkernd an: "Ich spiele schon lieber noch ein paar Jahre lang Fußball. Obwohl, eine Idee wäre das schon."