| 19:06 Uhr

Mit Stimmen von SPD, CDU und Linken
Stadtrat stimmt Finanzkonzept zu

 Ludwigspark-Stadion
Ludwigspark-Stadion FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Grünes Licht für weiteren Umbau des Ludwigsparks, Stadt gibt acht Millionen Euro. Von Patric Cordier

Am Valentinstag hatte sich Uwe Conradt mit Blumen vor dem Saarbrücker Rathaus fotografieren lassen. Es wirkte fast, als wolle der CDU-Bewerber um das Amt des Oberbürgermeisters der SPD-Amtsinhaberin Charlotte Britz Rosen überbringen. Ähnlich harmonisch ging es gestern bei der Sondersitzung des Stadtrates zu. Zwei Wochen, nachdem es im Gremium keine Mehrheit für einen 6-Millionen-Euro-Sonderkredit gegeben hat, wurden nun die Finanzierungsmaßnahmen für das aus dem Ruder gelaufene Umbauprojekt Ludwigsparkstadion mit Stimmen von SPD, CDU und Linken beschlossen. 38 Millionen Euro soll die Maßnahme kosten, 28 Millionen standen bislang zur Verfügung. OB Britz sprach von „konstruktiven Gesprächen mit den Vertretern im Stadtrat und mit dem Land. Ich bin stolz, dass wir die Situation gemeistert haben“, sagte Britz, deren Baudezernent Heiko Lukas nun heute die Ausschreibung für die Dächer rausgeben kann.


Acht Millionen Euro will die Verwaltung aus dem städtischen Haushalt 2019 ins Stadion fließen lassen. Allein vier Millionen stammen aus dem Verkauf des Messegeländes, weitere 1,5 Millionen kommen vom Gebäudemanagement GMS. Dabei handelt es um die Rückzahlung von Zuschüssen, weil bei der Grundschule Eschberg (800 000) und beim Projekt „Grundschulen ans Netz“ (700 000) anders geplant oder aus anderen Töpfen gefördert wurde.

Daneben waren unter anderem rund 1,35 Millionen Euro für die Sanierung der Luisenbrücke vorgesehen, 250 000 Euro wollte man in den Ausbau des Fernbusbahnhofs, 800 000 Euro in Grundstückskäufe stecken. Diese Projekte werden nun auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. „Es ist gut, dass das Stadion nicht durch neue Schulden finanziert wird sondern gegenfinanziert ist“, sagte Conradt, dem auch 30 FCS-Fans gespannt lauschten, „wir sind dankbar, dass wir die Kostentransparenz für ein spielfertiges Stadion erzielt haben.“



Wo die noch fehlenden zwei Millionen herkommen, soll bis Sommer geklärt werden. Dabei geht es auch um die Vermarktung im Stadion, das laut aktuellem Plan in 15 Monaten fertiggestellt sein soll. Über vier Jahre nach Beginn der Umbauarbeiten. Die Frage nach der Verantwortung für Kostenexplosion und Verzögerung bleibt weiter unbeantwortet.