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Stadt und Land wollen gemeinsam ein Stadion finanzieren

 Paul Borgart (rechts), Präsident des 1. FC Saarbrücken, FCS-Aufsichtsratschef Reinhard Klimmt (Zweiter von links) und Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (vorne) vor dem Büro des Ministerpräsidenten Peter Müller. Mit dabei: Saarbrückens Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer (Dritte von links) und Sportdezernent Harald Schindel (ganz links). Foto: Becker&Bredel
Paul Borgart (rechts), Präsident des 1. FC Saarbrücken, FCS-Aufsichtsratschef Reinhard Klimmt (Zweiter von links) und Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (vorne) vor dem Büro des Ministerpräsidenten Peter Müller. Mit dabei: Saarbrückens Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer (Dritte von links) und Sportdezernent Harald Schindel (ganz links). Foto: Becker&Bredel
Saarbrücken. Eineinhalb Stunden haben sie gestern Mittag in der Saarbrücker Staatskanzlei im Büro von Ministerpräsident Peter Müller (CDU) getagt. Thema: Das neue Stadion in Saarbrücken. Ergebnis: Die neue Multifunktionsarena kommt. Ein Ende der jahrzehntelangen Diskussion über Für und Wider eines neuen Stadions zwischen den politisch Verantwortlichen scheint damit absehbar Von SZ-Redakteur Michael Kipp

Saarbrücken. Eineinhalb Stunden haben sie gestern Mittag in der Saarbrücker Staatskanzlei im Büro von Ministerpräsident Peter Müller (CDU) getagt. Thema: Das neue Stadion in Saarbrücken. Ergebnis: Die neue Multifunktionsarena kommt. Ein Ende der jahrzehntelangen Diskussion über Für und Wider eines neuen Stadions zwischen den politisch Verantwortlichen scheint damit absehbar. Oder wie FCS-Aufsichtsratschef Reinhard Klimmt nach dem Gespräch sagte: "Es ist ein Ende des Schreckens abzusehen."Es war das vergangene Woche angekündigte Treffen zwischen Stadt, Verein und Land (wir berichteten). Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) und der FCS haben dabei ihren Stadion-Wunschplan vorgestellt. Und Müller entschied, das Vorhaben größtenteils zu unterstützen. Für die Stadt nahmen neben Britz (SPD), die Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer und Sportdezernent Harald Schindel (Die Linke) am Gespräch teil. Von Seiten des 1. FC Saarbrücken war neben Klimmt auch Präsident Paul Borgard in die Staatskanzlei zu Müller gekommen. Vor dem Gespräch stand bereits fest, dass die Stadt etwa zehn Millionen Euro beisteuern will. Nach dem Gespräch stand auch eine Zahl fest, die das Land beisteuern will. Wie hoch sie ist, darüber wollte gestern keiner reden. Nach SZ-Recherechen soll Müller aber bis zu 18 Millionen Euro geben wollen. Ob die insgesamt 28 Millionen Euro ausreichen, um den Wunschplan umzusetzen, stand noch nicht fest. In einer gemeinsamen Pressemitteilung hieß es: "Die saarländische Landesregierung und die Verwaltungsspitze der Landeshauptstadt Saarbrücken verfolgen das gemeinsame Ziel, ein bundesligataugliches Stadion in Saarbrücken zu realisieren."


Ministerpräsident Peter Müller und Oberbürgermeisterin Charlotte Britz haben bei dem Treffen betont, "dass ein solches Stadion eine wichtige Infrastruktur- und Zukunftsmaßnahme für das Saarland darstellt. Beide bekundeten den Willen, das Ludwigsparkstadion modernisieren zu wollen", heißt es weiter. Die Ausgestaltung im Einzelnen werde nun vor dem Hintergrund dieses gemeinsamen Ziels weiter geplant. Und: "Das Land und die Stadt Saarbrücken werden sich an der Finanzierung der Investitionskosten beteiligen. Eine Beteiligung des Landes bei den Betriebskosten kommt aus Sicht der Landesregierung nicht in Betracht. Es ist vereinbart, dass Stadt und Verein sich über dieses Thema verständigen."

Nach dem Gespräch waren lediglich die Vertreter des 1. FC Saarbrücken bereit, Stellungnahmen abzugeben. Dabei strahlten Klimmt und Borgard mit der Sonne um die Wette. "Der 1. FC Saarbrücken wird nicht der alleinige Nutzer sein", sagte Borgard zunächst und betonte, dass es "ein sehr konstruktives Gespräch war, da beide Seiten Fakten auf den Tisch gelegt haben". Klimmt erklärte, dass es Unsinn wäre, "ein Stadion nur für einen Fußballverein zu bauen" und fügte an: "Die Sonne scheint heute zurecht." Oder wie Borgard meinte: "Wenn wir heute im Saarlandpokal gegen Elversberg gewinnen, dann war das ein sehr guter Tag für den 1. FC Saarbrücken."



Insgesamt 22 500 Plätze

Nach Recherchen der SZ haben Stadt und Land gestern einen Entwurf zur Diskussion gestellt, der vorsieht, dass das Stadion 22 500 Plätze hat, darunter 17 000 Sitzplätze. Wenn ein Konzert oder sonstige Events stattfinden, würden 30 000 Plätze zur Verfügung stehen. Den Entwurf geplant hat angeblich die EC Engineer Consulting GmbH aus Chemnitz. Es soll ein überdachtes Fußballstadion ohne Laufbahn sein "und den Richtlinien des Deutschen Fußball-Bundes entsprechen", sagte Borgard.

Ob der Entwurf mit den besagten 28 Millionen zu realisieren ist, steht noch nicht fest. Fest steht, dass diese Zahl die Obergrenze ist. Die Detailarbeit kann jetzt und wird jetzt beginnen, betonten Klimmt und Borgard und gingen gemeinsam einen Kaffee im "Fürst Ludwig" an der Ludwigskirche trinken. Sicher auch mit dem Traum von einem schönen Ludwigspark im Hinterkopf. "Es ist ein Ende des Schreckens abzusehen."

Reinhard Klimmt, FCS-Aufsichtsrats-

vorsitzender