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Finanzskandal beim LSVS
Staatsanwalt befragt LSVS-Hauptgeschäftsführer

FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Von Mark Weishaupt
Mark Weishaupt

Wie ist es beim Landessportverband für das Saarland (LSVS) zu dem Haushaltsloch in Millionenhöhe gekommen? Auch knapp zwei Wochen nach Bekanntwerden der finanziellen Probleme bei der Dachorganisation des Saarsports ist diese Frage noch unbeantwortet. Während an der Hermann-Neuberger-Sportschule aktuell nur wenige Athleten trainieren und viele Fachverbands-Geschäftsstellen über die Feiertage geschlossen sind, bemüht sich die Staatsanwaltschaft, Licht ins Dunkel des Finanzskandals zu bringen. Auf bis zu fünf Millionen Euro hatte LSVS-Präsident Klaus Meiser das Haushaltsdefizit beziffert, das der mittlerweile freigestellte LSVS-Hauptgeschäftsführer H. in den letzten Jahren verschwiegen und verschleiert haben soll. H., gegen den die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der Untreue eingeleitet hat, wird heute erstmals zu den Vorwürfen gegen ihn befragt. Das bestätigte sein Rechtsanwalt Hans-Jürgen Gebhardt.



Zur Sprache kommen werden dann vermutlich auch die Energie­rechnungen des LSVS. Über Jahre soll der LSVS in Person von H. zu wenig Geld für Energiekosten an der Neuberger-Sportschule an die Universität des Saarlandes überwiesen haben – insgesamt eine halbe Million Euro. „Die Universität leitet Fernwärme, die von Energie SaarLorLux bezogen wird, an den LSVS durch und berechnet diese an den LSVS über eine jährliche Nebenkostenabrechnung weiter“, teilte die Pressestelle der Universität auf SZ-Anfrage mit. Und weiter: „Der LSVS zahlt der Universität monatliche Abschlagsbeträge, die bei der Spitzabrechnung für das Gesamtjahr angerechnet werden. Derzeit sind die Schlusszahlungen aus den Jahresabrechnungen 2015 und 2016 noch offen“ – wobei die Abrechnung 2016 dem LSVS erst im Dezember 2017 zugegangen sei. Zugleich weist die Uni darauf hin, dass ihr der LSVS Sportstätten für sportliche Aktivitäten gegen Entgelt zur Verfügung stellt. „Aus dieser Hallennutzung sind für 2015 und 2016 ebenfalls noch Schlusszahlungen offen, die von der Universität zu leisten sind“, so die Pressestelle, „Universität und LSVS stehen miteinander im Kontakt, um die gegenseitig offenen Rechnungen der letzten Monate zu klären.“