Judo Reuter ist Deutsche Meisterin

ST. INGBERT · Sie kämpft für den JJC St. Ingbert – und wollte eigentlich nicht untergehen bei den Deutschen Judo-Meisterschaften. Am Ende kam alles ganz anders für Kerstin Reuter.

Kerstin Reuter vom JJC St. Ingbert hat bei den Deutschen Judo-Meisterschaften der Ü30 in Maintal zum ganz großen Wurf ausgeholt. Die 30-Jährige sicherte sich in der Wettkampfklasse F1 bis 70 Kilogramm den nationalen Titel. „Ich betreibe bereits seit 21 Jahren Judo, immer nur hier im Verein“, erzählte die Deutsche Meisterin. Damals waren Freunde in der Grundschule zum Judo gegangen und Reuter schloss sich ihnen an. Ihr gefiel diese Sportart von Beginn an sehr gut.

Im Jahr 2000 folgte dann der erste Wettkampf im Rahmen der saarländischen Einzelmeisterschaften in Uchtelfangen. Reuter konnte auf Anhieb überzeugen und sicherte sich gleich die Goldmedaille. Fünf Jahre später setzte sich die Saarländerin erneut bei den Landesmeisterschaften durch und fuhr anschließend zu den südwestdeutschen Meisterschaften. Dort musste sie sich erstmals der überregionalen Konkurrenz stellen, die als Siegerin auf die weiteren Plätze verwiesen wurde. Ebenfalls im gleichen Jahr gab es auch dann die erste DM-Teilnahme für Reuter. Sie gewann bei dieser Großveranstaltung nur einen Kampf und schied vorzeitig aus. „Wir hatten leider in St. Ingbert in meiner Altersklasse nie eine Frauen-Mannschaft. Deswegen hatte ich zwischenzeitlich beim Verein Judo Kenshi Homburg als Gaststarterin mitgekämpft. Der Pass war aber immer hier in St. Ingbert, ich habe nie den Verein gewechselt“, berichtete Reuter.

Zu Beginn des Studiums – Bioinformatik in Saarbrücken – hörte Reuter zwischenzeitlich mit dem Judosport auf. Mittlerweile arbeitet die 30-Jährige als Bioinformatikerin in einem luxemburgischen IT-Unternehmen. „Die Fahrt hierher ins Training ist schon zeitlich aufwendig, aber das ist es mir auch wert. Ich wohne in Saarlouis und betreibe auch noch bei der DJK Dudweiler Ju-Jutsu“, sagte Reuter. Bei ihrem bislang größten sportlichen Erfolg in Maintal musste die Saarländerin drei Kämpfe bestreiten. „Ich war eigentlich Außenseiterin gewesen, da meine Konkurrentinnen in der 1. und 2. Bundesliga gekämpft hatten. Ich war also eher als ein unbeschriebenes Blatt hingefahren“, meinte die JJC-Kämpferin. Das erste Duell war relativ schnell beendet. Im zweiten Kampf musste Reuter fast über die gesamte Kampfzeit von drei Minuten ran. Nun ließ sie sich nicht mehr aufhalten und gewann auch das Finale dank eines Umdrehers und einer Haltegrifftechnik am Boden. „Und dann sind die Arme nach oben gegangen“, beschrieb Reuter ihre ersten Glücksgefühle im Moment des großen Triumphes. Eigentlich habe sie nur die Vorgabe gehabt, einen Kampf zu gewinnen und „nicht komplett unterzugehen“.

Derzeit überlegt die Saarländerin noch, ob sie vom 25. bis zum 28. Juli an der Europameisterschaft auf Gran Canaria teilnimmt. Dort könnte sie den Sport mit einem schönen Urlaub verbinden. „Judo tut dem ganzen Körper gut. Ich raufe auch gerne, was man bei den Würfen mit drin hat. Und natürlich ist auch unsere Gemeinschaft wichtig. Wir befolgen die zehn Judo-Werte wie beispielsweise Respekt und Höflichkeit“, sagte Reuter und ergänzte: „Man erlernt die Disziplin und kommt auch bei Turnierteilnahmen teilweise weit über die saarländischen Landesgrenzen hinaus.“

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