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| 20:45 Uhr

Aufarbeitung geht weiter
Sprachliche Abrüstung in der Bundestrainer-Frage

Christian Prokop durfte sich in Leipzig über Zuspruch freuen.
Christian Prokop durfte sich in Leipzig über Zuspruch freuen. FOTO: Hendrik Schmidt / dpa
Leipzig. Prokop räumt Fehler im Vorfeld und während der Handball-EM ein. Die Entscheidung über seinen Verbleib steht aber noch aus.

Christian Prokop befindet sich auch nach dem umjubelten Auftritt in seiner einstigen Wohlfühl-Oase weiter in der Warteschleife. Doch nach dem Austausch der ersten Argumente könnte die Aufarbeitung des EM-Debakels der deutschen Handballer schneller über die Bühne gehen als zunächst geplant. „Wir spielen nicht auf Zeit“, verkündete DHB-Präsident Andreas Michelmann im Anschluss an die Gespräche mit dem Bundestrainer und einigen Spielern sowie im Präsidium am Rande des All-Star-Games in Leipzig.

Die Trainer-Frage war bei dem Show-Spektakel, das die DHB-Auswahl gegen eine Bundesliga-Welt­auswahl mit 39:43 verlor, das beherrschende Thema. Michelmann war bemüht, die Schärfe aus der hitzigen Debatte zu nehmen. „Es ist Zeit, über eine sprachliche Abrüstung zu reden, vor allem darüber, ob Köpfe rollen sollen“, mahnte der DHB-Boss. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Rückkehr aus Kroatien hatte Prokop am Freitagabend eine mediale Hetzjagd beklagt. „Was in den letzten Tagen passiert ist, war teilweise sehr unmenschlich“, kritisierte der von den Ereignissen sichtlich gezeichnete 39-Jährige und fügte hinzu: „Mit Sicherheit sind die Gräben nicht so, wie sie dargestellt wurden.“

Auch aus Sicht von Abwehrchef Finn Lemke, an dessen anfänglicher Nichtnominierung sich die internen Spannungen aufgebaut hatten, wurde „viel fehlgedeutet und fehlinterpretiert.“ Rückraumspieler Julius Kühn zeichnete ebenfalls ein besseres Bild. „Es wirkt von außen so, als ob das Tischtuch zerschnitten wäre. Das ist meiner Meinung nach nicht der Fall“, sagte Kühn und schloss eine weitere Zusammenarbeit mit Prokop nicht aus: „Alles ist möglich über eine persönliche Aussprache.“

Ob die Vorbehalte einiger Spieler gegen den Bundestrainer ausgeräumt werden können, müssen die kommenden Tage und Wochen zeigen. Prokop gestand in seiner offenen und ehrlichen Analyse vor dem DHB-Präsidium immerhin erstmals eigene Fehler ein. Dazu gehörte vor allem die Nichtnominierung von Lemke, dessen Rolle er völlig unterschätzt hatte. „Künftig brauchen wir solche Typen, die die Mannschaft führen“, revidierte Prokop sein Fehlurteil. Zudem habe er das Team seine eigene Unzufriedenheit spüren lassen. „Das ist mit Sicherheit ein Fehler“, räumte Prokop ein.

Auch die Spieler zweifeln nicht an Prokops Kompetenz. Doch ein klares Bekenntnis pro Prokop gab es von der Mannschaft noch nicht. „Jeder hat sich selbst hinterfragt, was er hätte besser machen können. Jetzt wird es weiter in die Analyse gehen, und dann schauen wir mal“, sagte der nach seiner schwachen EM-Leistung ebenfalls in die Kritik geratene Kapitän Uwe Gensheimer.