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Sportfreunde Köllerbach widmen Spiel gegen Homburg Yannick Nonnweiler

Sportfreunde Köllerbach : Stille im Stadion an der Burg Bucherbach

Der Fußball-Saarlandligist Sportfreunde Köllerbach hat das erste Spiel nach dem Tod von Yannick Nonnweiler dem Stürmer gewidmet.

Wer sich am Samstag der Sportanlage von Fußball-Saarlandligist Sportfreunde Köllerbach näherte, konnte unbeschwertes Kinderlachen vom nahegelegenen Spielplatz vernehmen. Hatte man jedoch das Eingangstor zum Kunstrasenplatz an der Burg Bucherbach passiert, wurde es still. Die knapp 200 Zuschauer verhielten sich viel ruhiger als gewöhnlich. Es gab keine lautstarken Diskussionen. Keine Scherze. Es herrschte eine gedämpfte Atmosphäre. Das Spiel zwischen den Sportfreunden und dem FC Homburg II war keine gewöhnliche Partie. Es war das erste für die Köllerbacher nach dem plötzlichen Tod ihres Stürmers Yannick Nonnweiler am 14. August. Die Partien gegen den SV Mettlach und bei der FSG Ottweiler-Steinbach waren abgesagt worden.

Die Sportfreunde stellten die Partie gegen Homburg II unter das Motto „Die Burg auf der Brust. Yannick im Herzen“ – sie widmeten sie dem Stürmer, den alle nur „Nonne“ riefen. Er wäre am Freitag 25 Jahre alt geworden. Über die genaue Todesursache wurde noch nichts bekannt. Viele Zuschauer waren am Samstag mit vom Verein angefertigten schwarzen Gedenktrikots gekommen. In Höhe des Herzens war Nonnweilers Rückennummer 39 aufgedruckt. Auch die Mannschaft des FC Homburg II trug zum Warmmachen diese Gedenktrikots.

Am Rande des Spielfelds hatten die Sportfreunde Köllerbach zwei große Banner mit dem Vereinswappen, Bildern des Verstorbenen sowie der Aufschrift „Yannick Nonnweiler 1994 - 2019“ sowie dessen Rückennummer befestigt.

Nachdem die Mannschaften den Platz betraten, hielt Köllerbachs Vorsitzender Michael Ernst eine bewegende Trauerrede. Mit den Worten „Seit dem 14. August ist die Zeit bei uns in Köllerbach stehen geblieben. Auf tragische Weise verloren wir unseren Freund Yannick Nonnweiler. Wir alle sind fassungslos“ leitete er diese ein, während die Spieler Arm in Arm und mit gesenkten Köpfen an der Mittellinie standen.

Als Schiedsrichter Jörg Probst um 15.42 Uhr die Partie anpfiff, standen die Akteure auf dem Feld vor der schweren Aufgabe ein Fußball-Spiel unter diesen Umständen austragen zu müssen. „Für uns geht es nicht um drei Punkte, sondern darum, für Yannick zu gewinnen“, hatte Köllerbachs Spielertrainer Florian Bohr vor der Partie erklärt. Dies gelang seiner Mannschaft nicht: Der FC Homburg II siegte mit 4:2 (2:2).

„Es war zu merken, dass wir vom Kopf her nicht so da waren“, erklärte Bohr nach dem Schlusspfiff: „Das muss man auf der einen Seite akzeptieren. Auf der anderen Seite ist es aber schwer zu akzeptieren, weil wir das Spiel gerne für ,Nonne’ gewonnen hätten.“ Nach 14 Minuten sah es so aus, als könnte dies gelingen. Jan Issa traf nach einem Eckball zum 1:0 für die Gastgeber. Der Torschütze sprang danach jubelnd auf Stürmer Valentin Solovej. Anschließend liefen alle Köllerbacher zur Bank und klatschten dort gemeinsam ab.

Doch Köllerbach kassierte in der 19. und 36. Minute zwei Gegentore von Valdrin Dakaj. Unmittelbar vor einer zweiten Gedenkminute in der 39. Minute – in Anlehnung an Nonnweilers Rückennummer – gelang Köllerbachs Sascha Fess das 2:2 (38. Minute). In Halbzeit zwei trafen Dakaj (47.) sowie Sven Sökler (65.) zum 3:2 und 4:2 für die Gäste, deren Torwart Mark-Patrick Redl in der 88. minute die Gelb-Rote Karte sah.

Die Köllerbacher hatten nach dem Tod von Nonnweiler nicht mehr trainiert. Erst an diesem Montag stand wieder eine Trainingseinheit auf dem Programm. Bereits an diesem Dienstag, 27. August, müssen die Sportfreunde in der zweiten Runde des Saarlandpokals um 19 Uhr bei Kreisligist DJK Neuweiler ran. In der Liga ist der Tabellenneunte Köllerbach am Samstag, 31. August, um 15.30 Uhr beim Tabellensechsten Borussia Neunkirchen zu Gast.

Vor dem Anpfiff legten die Sportfreunde Köllerbach in Gedenken an Yannick Nonnweiler ein Trikot mit seinem Namen und seiner Rückennummer 39 sowie den Spielball mit der Aufschrift 39 auf den Anstoßpunkt. Foto: Ruppenthal

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