| 17:46 Uhr

LSVS-Skandal im Landtag
Sportausschuss tagt öffentlich

Petra Berg von der SPD leitet im Landtag den Ausschuss für Inneres und Sport.
Petra Berg von der SPD leitet im Landtag den Ausschuss für Inneres und Sport. FOTO: bub/fb / BeckerBredel
Saarbrücken. Der Skandal beim Landessportverband beschäftigt am Donnerstag das Saar-Parlament. Ein Ex-Funktionär fordert Konsequenzen. Von Kai Klankert
Kai Klankert

Wenn der Ausschuss für Inneres und Sport am Donnerstag (11. Januar) um 10 Uhr im Landtag den Skandal im Landessportverband für das Saarland (LSVS) behandelt, werden Pressevertreter und damit die Öffentlichkeit nicht vor verschlossenen Türen stehen, sondern im Saal dabei sein. Das teilte die parlamentarischen Geschäftsführerin der SPD-Fraktion und Vorsitzende des Ausschusses, Petra Berg, gestern der SZ mit. SPD und CDU hätten sich darauf verständigt. „Grund ist der berechtigte Wunsch nach Aufklärung und Transparenz“, sagte Berg: „Meine Erwartung ist, dass alles auf den Tisch kommt.“



Mit diesem Schritt folgten die Fraktionen der Regierungsparteien dem Antrag der Linken. „Die Aktiven in den Sportvereinen wollen wissen, was mit dem Geld, das letztlich für ihre Arbeit vorgesehen ist, passiert ist und wie es für sie jetzt weitergeht“, hatten sie in einer Mitteilung gefordert.

Sowohl die Landesregierung, also das Innenministerium als Rechtsaufsicht des LSVS, wie auch Klaus Meiser in seiner Funktion als LSVS-Präsident werden heute gehört. Themen werden dabei die finanzielle Situation des LSVS und das laut Sportdachverband strukturelle jährliche Defizit von 500 000 Euro sein, vor allem aber auch die Verantwortlichkeit dafür. Meiser wie auch das gesamte Präsidium weisen jegliche Schuld von sich. Die nicht im Landtag vertretenen Grünen forderten hierzu eine Sonderprüfung durch den Rechnungshof und eine „Entpolitisierung des Sportverbandes, um Interessenskonflikte zu vermeiden“, so der Landesvorsitzende Markus Tressel.

Zur Sprache kommt heute auch die Personalpolitik im LSVS. Meisers Lebensgefährtin, die bis vorgestern auch sein Landtags-Büro geleitet hat, hatte von Meiser einen Nebenjob über 1200 Euro brutto beim LSVS erhalten – nach SZ-Informationen ohne dass das LSVS-Präsidium in Gänze infomiert war. Mit dem früheren Vorsitzenden der Saarländischen Sportjugend, Patrick Ries, hat gestern eine im Saarsport bekannte Person offen personelle Konsequenzen gefordert. „Wann trauen sich die Verbands-Präsidenten endlich, kritisch nachzufragen und Rücktritte von den Menschen zu fordern, die den LSVS in starken finanziellen Misskredit gebracht haben? Ehrlich gesagt habe ich kein Verständnis für Präsidiumsmitglieder, die ihrer Aufsichts-, Kontroll- und Informationsverpflichtung nicht ordentlich nachgekommen sind“, schrieb der ehemalige deutsche Karate-Vizemeister bei Facebook.