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Sport und Politik legen Eckpunkte für Leistungsreform vor

Sport und Politik legen Eckpunkte für Leistungsreform vor

Die Reform zur Spitzensportförderung ist gestern im Sportausschuss des Deutschen Bundestages erstmals in ihrer Rohform vorgestellt und diskutiert worden. Dabei sollen sich künftig zahlreiche Aspekte verändern.

Ein komplett neues Förderprogramm, deutlich weniger Stützpunkte und eine Neuausrichtung der Leistungskader: Nach mehr als anderthalbjährigen Beratungen haben Politik und Sport ernst gemacht und eine äußerst ambitionierte Reform zur Förderung des Spitzensports auf den Tisch gelegt. Das Eckpunkte-Papier, das dem Sport-Informations-Dienst (sid) vorliegt, gilt nun als Grundlage für die Diskussionen mit Sportpolitikern und Spitzenverbänden.

Kernpunkt ist ein neues Fördersystem, das sich nach den Perspektiven der Athleten und nicht mehr an den Erfolgen der Verbände in der Vergangenheit richtet. Das neu eingeführte Berechnungsmodell PotAS (Potenzialanalysesystem) ermittelt die Zukunftschancen von Spitzenverbänden und einzelnen Disziplinen, die im Anschluss mit Hilfe von Attributen (Erfolg, Perspektive, Strukturen etc.) in drei Fördergruppen eingeteilt werden. Begleitet wird der Prozess von ständigen Beratungen unterschiedlicher Gremien. In früheren Jahren hatte der Deutsche Olympische Sportbund die Förderung mit den Spitzenverbänden verhandelt. Das für den Sport zuständige Bundesinnenministerium (BMI) nickte die Anträge in der Regel nur ab. In dem neuen Förderprogramm kommt dem BMI deutlich mehr Einfluss zu.

Eine starke Änderung soll es bei der Neuausrichtung der Kaderstrukturen geben. Die bisherige Aufteilung in A-, B-, C, DC- und D-Kader wird es so nicht mehr geben. Vor allem die vielen B-Kader-Athleten sind den Reformern ein Dorn im Auge. Stattdessen erfolgt eine Aufteilung in drei Gruppen: Im Olympiakader werden die Athleten auf die nächsten Olympischen Spiele vorbereitet, im Perspektivkader auf die übernächsten Spiele. Der Nachwuchskader sieht einen langfristigen Leistungsaufbau vor. Zudem soll die Anzahl der Stützpunkte reduziert werden. Von den bisher 204 Bundesstützpunkten soll es in Zukunft nur noch 165 bis 170 geben. Die Olympiastützpunkte sollen von 19 auf 13 gekürzt werden.