Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken verliert 0:3 bei der SVE, im Pokal gegen KSC

Regionalliga Südwest : Pokal-Los Karlsruhe kann FCS kaum trösten

Regionalliga-Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken zollt der englischen Woche Tribut und verliert mit 0:3 beim Verfolger SV Elversberg.

Eine spektakuläre Woche mit Pokalhöhen und Ligatiefen endete für den 1. FC Saarbrücken am Sonntagabend mit der Aussicht, vielleicht noch eine Runde im DFB-Pokal weiterkommen zu können. Nach dem 3:2-Krimi gegen Bundesligist 1. FC Köln trifft der FCS im Achtelfinale im Februar 2020 auf Zweitligist Karlsruher SC. „Ein Traditionsverein, das Stadion wird sicher voll sein – das Los passt“, sagte FCS-Geschäftsführer David Fischer nach der Auslosung im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund.

Die verdiente 0:3-Niederlage im Spitzenspiel der Regionalliga Südwest bei der SV Elversberg machte das Pokallos kaum vergessen. Der FCS trat schwach auf, ließ jeglichen Esprit aus dem Pokal gegen Köln vermissen. Die stärkste Aktion zeigte José Pierre Vunguidica – nach der Partie. Weil der Elversberger Del Angelo Williams angeblich aus dem FCS-Fanblock heraus rassistisch beschimpft wurde, wandte sich Vunguidica an die eigenen Anhänger: „Mir ist bewusst, dass es nicht alle Fans waren. Aber so was macht mich wütend. Immerhin beleidigt ihr damit auch mich“, schrieb Vunguidica auf Facebook.

Auf dem Feld stand der Linksaußen kaum – eingewechselt in der 56. Minute, ging es neun Minuten später zum Duschen. Vunguidica hatte den Ex-Saarbrücker Lukas Kohler abgeräumt. „Er war halt eine Millisekunde vor mir am Ball. Dann sind die Elversberger aufgesprungen und haben Rot gefordert. Ich weiß nicht, ob man die zeigen muss“, meinte der Saarbrücker.

Über den Platzverweis von Mario Müller (89.) kann man nicht streiten: Seine Aktion in der 89. Minute gegen Nils Winter war kaum mehr als ein harmloser Rempler – eine Fehlentscheidung von Schiedsrichter Joshua Herbert, der neben den beiden Platzverweisen noch zehn gelbe Karten verteilte. Das Spiel war oft hektisch, böse aber sicher nicht und die Kartenflut darum unangemessen. „Dem Schiedsrichter ist das Spiel aus der Hand geglitten“, sagte Saarbrückens Sportdirektor Marcus Mann, „wenn ich nicht will, kann ich nicht so schlecht pfeifen.“

Dem Schiedsrichter alleine die Schuld für die Niederlage gab Mann allerdings nicht. Es wäre auch falsch. „Es lag nicht an ihm, aber er war nicht viel besser als wir“, sagte FCS-Kapitän Manuel Zeitz selbstkritisch, „wir hatten heute einfach einen Scheißtag.“ SVE-Torwart Frank Lehmann wurde in 90 Minuten nicht ein einziges Mal ernsthaft geprüft – das sagt alles über das Offensivspiel der Gäste und das Abwehrverhalten der Hausherren. „Elversberg hat das gut gemacht. Man muss auch anerkennen, dass wir gegen einen guten Gegner gespielt haben“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner, „wir haben nicht die Leistung auf den Platz gebracht, die man in so einem Topspiel braucht. Aber wenn du auch jede 50:50-Aktion gegen dich gepfiffen bekommst, zieht dich das zusätzlich runter.“

Nur ein Blau-Schwarzer erreichte Normalform. Torwart Daniel Batz hielt stark gegen Williams (16., 19., 50.) und gegen Manuel Feil (70.). Bei den Gegentoren eins und drei war er chancenlos, beim zweiten glücklos: „Das war eine komische Flanke, dann rutsche ich weg.“ Batz war zwar schnell wieder auf den Beinen, aber nicht schnell genug, um Feils Schuss abwehren zu können. Dass dem FCS das Spiel gegen den 1. FC Köln noch in den Knochen – und vielleicht auch in den Köpfen – steckte, wollte Batz dennoch nicht als Grund für den insgesamt enttäuschenden Auftritt gelten lassen: „Es hat etwas die Frische gefehlt, aber das darf keine Ausrede sein.“

Sinan Tekerci (in weiß) gewinnt das Kopfballduell gegen Tobias Jänicke und lässt Daniel Batz keine Chance – 1:0 für die SVE. Foto: Thomas Wieck
Nach der Roten Karte für José Pierre Vunguidica kam es auf dem Platz zu einer kleinen Rudelbildung – nicht die einzige im hitzigen Derby. Foto: Andreas Schlichter
Der schwache Schiedsrichter Joshua Herbert (rechts) zeigt Saarbrückens Trainer Dirk Lottner wegen Meckerns die Gelbe Karte. Foto: Andreas Schlichter

Zum Ende der Vorrunde wartet kommenden Sonntag das nächste Derby gegen den FC Homburg. „Wir haben kein Interesse daran, dass es noch mal spannend wird“, sagte Mann, „uns wirft ein solches Spiel wie gegen Elversberg nicht aus der Bahn.“ Schließlich gibt die bisherige Runde genug Grund zum Selbstbewusstsein. „Wir haben noch immer fünf Punkte Vorsprung“, rechnete Kapitän Zeitz vor.

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