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Spiel des Jahres für den FCS

Spiel des Jahres für den FCS

Saarbrücken. Nicht weniger als das "Spiel des Jahres" kündigt der 1. FC Saarbrücken-Tischtennis für diesen Freitag um 19 Uhr in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle auf seiner Internetseite www.fcstt.de an

Saarbrücken. Nicht weniger als das "Spiel des Jahres" kündigt der 1. FC Saarbrücken-Tischtennis für diesen Freitag um 19 Uhr in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle auf seiner Internetseite www.fcstt.de an. Dann steigt das Halbfinal-Hinspiel des deutschen Pokalsiegers und souveränen Bundesliga-Tabellenführers in der Champions League gegen den russischen Vertreter UMMC Ekaterinburg. Noch zu Saisonbeginn hätte der sportliche Leiter des FCS, Erwin Berg, wohl jeden für verrückt erklärt, der das jetzt schon Erreichte vorhergesagt hätte. "Wir haben im vergangenen halben Jahr erlebt, dass Dinge möglich sind, die ich für unmöglich gehalten hatte", sagt Berg, der vor dem Spiel "zum ersten Mal ein bisschen aufgeregt" ist.Soll sich die unglaubliche Saison des FCS in der Champions League auch über das Halbfinale hinaus fortsetzen, müssen die Saarbrücker allerdings einen Kraftakt vollbringen. "Das wird schon sehr, sehr schwer. Die Russen sind haushoher Favorit. Wir gehen als krasser Außenseiter ins Rennen", meint Saarbrückens Nummer eins, Bastian Steger. Der 30-Jährige, der gerade seinen Einzel-Titel bei den deutschen Meisterschaften verteidigt hat, scheint vor dem Höhepunkt heute Abend rechtzeitig wieder in Top-Form zu sein. "Nach meiner Olympia-Nominierung war ein bisschen die Luft raus, nachdem ich dafür monatelang gekämpft hatte", erzählt Steger, der zwischenzeitlich überspielt wirkte. Bei den nationalen Titelkämpfen in Berlin allerdings rang er in einem hochdramatischen Endspiel Nationalmannschafts-Kollege Dimitrij Ovtcharov mit 4:3 nieder.

Stegers Respekt vor dem russischen Gegner ist nachvollziehbar. Bemerkenswert, weil es im Sport eher selten vorkommt, ist, dass mit Trainerin Tatiana Kutergina dem Männer-Team eine Frau vorsteht. Neben dem Chinesen Hou Yingchao, einem der weltbesten Abwehrspieler, bietet Ekaterinburg den dänischen Europameister von 2009, Michael Maze, sowie den international erfahrenen Routinier Zoran Primorac auf. Vor allem Hou wird ein ganz schwerer Brocken für die Saarländer. "Der Chinese ist kaum zu bezwingen", weiß Steger um dessen herausragende Qualität.

Doch der FCS muss sich beileibe nicht verstecken. Steger hat nicht erst bei seinem Sieg bei den deutschen Meisterschaften gegen Ovtcharov oder in der Bundesliga gegen Superstar Timo Boll bewiesen, dass er jeden Gegner schlagen kann. Mit Bojan Tokic stellt der FCS den Dritten der letztjährigen Europameisterschaft. Und Joao Monteiro hat immerhin die drittbeste Bilanz der gesamten Bundesliga vorzuweisen. "Nichts ist unmöglich", bleibt Steger entsprechend optimistisch, während der sportliche Leiter Berg noch mal die Werbe-Trommel rührt: "Wer richtiges Tischtennis sehen will, der muss jetzt nach Saarbrücken kommen." "Wir haben im letzten halben Jahr erlebt, dass Dinge möglich sind, die ich für unmöglich gehalten hatte."

Erwin Berg, sportlicher

Leiter des FCS

Hintergrund

In der Champions League spielen der 1. FC Saarbrücken-Tischtennis und UMMC Ekaterinburg im Halbfinale gegeneinander. Im zweiten Semifinale stehen Chartres und Orenburg.

In der Bundesliga spielt der FCS an diesem Sonntag wieder. Um 15 Uhr tritt er beim Tabellensechsten TG Hanau an (sechs Siege, acht Niederlagen), der noch um die Playoff-Qualifikation kämpft. red