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Fußball-WM in Russland
Spaniens de Gea: „Ich habe doch niemanden getötet“

Kasan. Die Vergleiche mit Liver­pools Pannen-Torwart Loris Karius ließen nicht lange auf sich warten. Nach seinem WM-Aussetzer gegen Cristiano Ronaldo bekam David de Gea den Ärger der spanischen Fans zu spüren.

In einer Online-Umfrage der Sporttageszeitung AS forderten schon mehr als 60 Prozent, der Torwart von Manchester United solle beim zweiten Gruppenspiel am Mittwoch (20 Uhr/ARD) in Kasan gegen Iran auf der Bank sitzen. Vor der WM war der 27-Jährige vor allem in England noch als „bester Torwart der Welt“ gefeiert worden.


Ausgerechnet in seinem Heimatland allerdings haben offenbar viele eine andere Meinung. „Ich sehe nicht, dass sie mich aus Spanien unterstützen“, klagte de Gea nach seinem Patzer beim spektakulären 3:3 gegen Portugal: „Ich habe doch niemanden getötet.“ Er hätte sich gefreut, „wenn sie mich in einem schwierigen Moment meines Lebens mehr verteidigt hätten“, ergänzte er und meinte damit offenbar den Sexskandal, mit dem er fälschlicherweise in Verbindung gebracht worden war.

Bei der EM 2016 hatte der jetzige Ministerpräsident Pedro Sanchez gesagt, dass er sich „nicht wohlfühlt mit de Gea als Nationaltorhüter“. Damals hatte er Spaniens Torwartlegende Iker Casillas endgültig als Nummer eins abgelöst. Die Vergleiche mit dem „heiligen Iker“, der die Seleccion 2010 zum WM- und 2008 sowie 2012 zum EM-Titel führte, verfolgen de Gea auch in Russland.