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Solja-Schwestern machen das Spiel ihres Lebens

Solja-Schwestern machen das Spiel ihres Lebens

Saarlouis-Fraulautern. Der TTSV Fraulautern hat die neue Saison in der Tischtennis-Bundesliga der Frauen mit einem Paukenschlag begonnen. Gegen den aktuellen Vizemeister und neuerlichen Meisterschaftsanwärter 3B Berlin stand am Ende ein völlig überraschender 3:2-Erfolg, der außerdem alle Vorzüge und Nachteile des neuen Spielsystems offenbarte. Doch der Reihe nach

Saarlouis-Fraulautern. Der TTSV Fraulautern hat die neue Saison in der Tischtennis-Bundesliga der Frauen mit einem Paukenschlag begonnen. Gegen den aktuellen Vizemeister und neuerlichen Meisterschaftsanwärter 3B Berlin stand am Ende ein völlig überraschender 3:2-Erfolg, der außerdem alle Vorzüge und Nachteile des neuen Spielsystems offenbarte.

Doch der Reihe nach. Favorit Berlin wollte die Punkte im Schnelldurchgang aus der Steinrauschhalle entführen und pokerte bei der Aufstellung. Er stellte seine formelle Nummer eins Song Ah Sim (Hongkong) an Position zwei, wo sie direkt im ersten Einzel auf Fraulauterns Spitzenspielerin Li Fen traf. Schon da wäre der Plan fast Makulatur gewesen, denn Fen führte schnell mit 2:0 Sätzen. Doch nachdem sie den dritten Durchgang unglücklich abgab, steigerte sich Song und sorgte für die Gäste-Führung. "Da war die Partie praktisch schon verloren", sagte TTSV-Vorsitzender Heinz Falk, der mit zwei Zählern seiner Spitzenspielerin gerechnet hatte. "Jetzt kann es ganz schnell gehen, da wir in den nächsten beiden Einzeln nur Außenseiter sind."

Und es lief weiter nach Berliner Plan. Amelie Solja unterlag der Chinesin Pengpeng Guo unglücklich mit 9:11, 12:14 und 9:11 und offenbarte nach einem Belagwechsel noch einige Unsicherheiten. Eine gespenstische Ruhe herrschte in der anschließenden Pause. Kaum einer der 200 Zuschauer in der Halle gab noch einen Pfifferling auf die Heimmannschaft. Denn was sollte die erst 14-jährige Petrissa Solja im dritten Einzel gegen die deutsche Meisterin Tanja Hain-Hoffmann schon ausrichten?

Erwartungsgemäß verliert Solja auch den ersten Satz. Doch plötzlich spielt sie sich in einen wahren Rausch. Die nächsten Sätze gehen mit 11:7 und 11:4 an die Schüler-Europameisterin, die auch im vierten Durchgang die Nerven bewahrt. Hain-Hoffmann führt mit 10:6, doch Solja wehrt alle Satzbälle ab und gewinnt mit 12:10. Sollte doch noch was gehen? "Jetzt ist wieder alles drin, das ist das Verrückte an dem neuen Spielsystem", erklärt Heinz Falk. Li Fen gleicht die Partie mit einem sicheren 3:1 gegen Pengpeng Guo aus - das Schlussdoppel muss entscheiden.

Da passiert dem TTSV ein folgenschwerer Fehler - so scheint es. Trainer Pavel Solja beschließt in Absprache mit den Spielerinnen, Petrissa Solja und Olga Nemes ins Rennen zu schicken. Das wiederum bekommt Heinz Falk nicht mit und stellt Amelie und Petrissa Solja auf. Als der "Fehler" auffällt, ist es zu spät, - die beiden müssen an die Platte. Doch der Fehler erweist sich als Glücksfall, denn die beiden Schwestern spielen das Doppel ihres Lebens und besiegen Song und Hain-Hoffmann mit 11:9 im fünften Satz. Riesenjubel beim TTSV Fraulautern. "Das ist eine Sensation, damit hat niemand gerechnet", freut sich Heinz Falk. "Wir können nun noch optimistischer sein."

Auf Einen Blick

In der 2. Tischtennis-Bundesliga der Männer hat der 1. FC Saarbrücken einen 9:5-Auftakterfolg gegen den Post SV Mühlhausen gefeiert. Vor 200 Zuschauern in der STTB-Halle St. Ingbert mussten die Saarbrücker aber lange kämpfen, bis der Sieg unter Dach und Fach war. Nach einem 1:2 in den Doppeln überzeugte am vorderen Paarkreuz der Tscheche Jiri Vrablik mit zwei Siegen. Im mittleren Paarkreuz gelangen Erik Illas zwei Erfolge, der Chinese Xue-Xin Wang verbuchte an Position fünf zwei Einzelsiege. Die restlichen Punkte steuerten Jörg Schlichter und Alexander Flemming und das Doppel Schlichter/Flemming bei.

Einen Teilerfolg konnte der ATSV Saarbrücken in der 2. Liga Süd der Frauen erzielen. Bei der Homberger TS setzte es am Samstag eine 2:6-Niederlage. Die einzigen Punkte steuerte die Rumänin Marianna Stoian bei. Ann-Kathrin Herges sowie dem Doppel Stoian/Herges fehlte bei ihren jeweiligen Fünfsatz-Niederlagen etwas Glück. Dafür gewann der ATSV aber sein Sonntagsspiel beim NSC Watzenborn-Steinberg mit 6:4. spr