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Skeletor oder Skeleton – das ist hier die Frage

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Olympische Winterspiele sind für einen Sportredakteur nicht nur arbeitsreich, sondern auch sehr lehrreich. Stefan Regel
Stefan Regel

Es ist an der Zeit, ein Geständnis zu machen. Mich zu outen. Wir sind ja hier unter uns. Ich bin Novize. Quasi ein Neuling. Immerhin kein blutiger mehr, eher medium. Aber auf dem Weg zu well done. In sieben Jahren, in denen der Lokalsport fast immer mein Aufgabengebiet war, hatte ich mit Wintersport nichts zu tun. Kannte kaum den Unterschied zwischen Skeleton und Skeletor.


Und jetzt die volle Dröhnung, von A wie Ski alpin bis Z wie Zusatzmunition beim Biathlon. Aber die Dauerberieselung wirkt. Nicht nur auf dem TV-Bildschirm, auch durch die regelmäßige Beschäftigung mit Texten fühle ich mich auf Du und Du mit Bakken und Jagdrennen, mit der Gundersen-Methode und dem Toeloop, kenne das Alter von Claudia Pechstein und die Schuhgröße von Simon Schempp. So konnte ich gestern beim Reinkommen in die Redaktion kurz nach dem deutschen Dreifach-Erfolg prompt drei Namen von Kombinierern nennen. Ohne sie vorher nachgeschaut zu haben.

Und ein bisschen vergucken kann man sich auch in einzelne Sportarten. Vor allem in die, in denen Deutsche Gold holen. Aber auch in die spektakulären Snowboarder im Slopestyle, einem Hindernisparcours. Die kontemplativ anmutenden Curler. Mir übrigens ein Rätsel, warum ein Curler dopen sollte. Oder in die faszinierend schnellen Rodler und Bobfahrer. Das würde unsereins auch mal Spaß machen.



Am verrücktesten sind aber die Skeletonis. Statt auf dem Rücken rasen die mit bis zu 145 km/h auf dem Bauch den Eiskanal hinunter. Eine Chuck-Norris-Sportart quasi. Für Athleten, die die Pommes frites mit der bloßen Hand aus der Fritteuse nehmen. Aber ich mag verrückte Sachen. Die Idee dazu hatte 1884 eine Gruppe von Briten, die kennen sich ja mit Spleens aus.

Ach ja: Der Begriff Skeleton wird tatsächlich aus dem „Skelett“ abgeleitet. Auch wenn es nichts mit He-Man und „Masters of the Universe“ zu tun hat. Der Name des rund 40 Kilogramm schweren Schlittens und damit der Sportart rührt daher, dass das Gefährt an ein stählernes Skelett erinnert. Was habe ich bei diesen Spielen doch alles gelernt.