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Fußball-Regionalliga Südwest
Sinkende Zuschauerzahl tut doppelt weh

Zu den Heimspielen des FCS kommen derzeit im Schnitt 3000 Fans ins Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion. Das ist eine kritische Größe.
Zu den Heimspielen des FCS kommen derzeit im Schnitt 3000 Fans ins Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion. Das ist eine kritische Größe. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Der Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken bestreitet sein letztes Spiel des Jahres gegen den VfB Stuttgart II. Von Patric Cordier

An diesem Samstag um 14 Uhr erwartet der Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken im letzten Spiel des Jahres den VfB Stuttgart II im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion. Nach zehn Spielen ohne Sieg scheint die U21 der Schwaben sportlich eine leichte Beute für die mit großen Titel-Ambitionen in die Saison gestarteten Saarländer zu sein. Ein Zuschauermagnet wird der VfB aber nicht sein, und das ärgert FCS-Schatzmeister Dieter Weller.


„Bestimmte Sponsorenverträge stehen in Abhängigkeit zu den Zuschauerzahlen“, hatte Weller am Montag bei der Jahreshauptversammlung des Vereins erklärt: „Da ist die Grenze, die wir zu erreichen haben, 3000 Personen.“ Heißt vereinfacht: Weniger Fans bedeuten auch weniger (Sponsoren-)Geld. In den bisherigen neun Heimspielen passierten 27 130 zahlende Kunden die Stadiontore, ein Schnitt von 3014. Die meisten kamen gegen Spitzenreiter Waldhof Mannheim (4133), zuletzt gegen den SC Freiburg II waren es nur noch 2258. „Als Spieler merkt man halt nicht, ob es 200 mehr oder weniger sind“, sagt FCS-Stürmer Sebastian Jacob zur meist überschaubaren Stimmung bei den Heimspielen in Völklingen: „Auswärts ist es was ganz Besonderes. Das erlebt man in dieser Liga bei keinem anderen Verein.“

Vereins-Schatzmeister Weller, im Privatleben Steuerberater und seit Donnerstag auch Honorar-Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken, hatte am Montag noch einen Rekordgewinn von 879 000 Euro vermelden können. Der stammt vor allem aus Einnahmen, die eigentlich für die Ausbaumaßnahmen des Völklinger Stadions zur drittliga-tauglichen Arena vorgesehen waren. Weil die Mannschaft von Trainer Dirk Lottner aber bekanntermaßen in der Relegation an 1860 München scheiterte, dürfen sich nun vor allem FCS-Frauen und Jugend über mehr Geld freuen.



Aber es wird auch in Steine – oder eher Metall – investiert. Diese Infrastrukturmaßnahmen waren nötig, um die Anerkennung als Nachwuchsleistungszentrum durch den DFB zu erlangen. „Als gemeinütziger Verein dürfen wir keine langfristigen Rücklagen bilden“, sagte Weller und betonte, dass nun jeweils fast 500 000 Euro in beide Abteilungen, Jugend und Frauen, fließen und dass zudem Geld für Kunstrasenplatz, Büro- und Fitnesscontainer am Sportfeld aufgewendet wurde.

Zurück zum sportlichen Abschluss am Samstag: Kapitän Manuel Zeitz (fünfte Gelbe Karte) und Verteidiger Benjamin Kessel (Bänderdehnung im Knie) sind quasi schon in der Winterpause, in die sich der Rest der Mannschaft mit einem Sieg gegen den VfB verabschieden möchte. „Für mich persönlich war die Vorrunde ja nicht so lang. Dazu bin ich jetzt ganz gut drauf und hätte gern noch weitergespielt“, sagt Jacob: „Aber natürlich kommt die Winterpause gelegen, gerade für die Jungs, die fast jedes Spiel gemacht haben.“

Das Spiel machen müssen wird der FCS gegen den VfB II auf jeden Fall. „Sie sind als U21 noch mal ein Stück jünger als andere zweite Mannschaften. Sie haben in dieser Saison von oben noch nichts dazubekommen. Und jetzt kommt noch Verletzungspech dazu“, sagt FCS-Trainer Lottner: „Ich will einen Sieg, um mit einem guten Gefühl in die Pause hineinzugehen und mit einem klaren Ziel wieder herauszukommen.“ Denn alles außer dem Aufstieg wäre für den FCS, der fünf Punkte hinter Mannheim liegt, eine riesengroße Enttäuschung.