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Sie spielen Fußball gegen Frauen

Sie spielen Fußball gegen Frauen

Saarbrücken. Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno, der frühere Weltklasse-Speerwerfer und heutige Bundestrainer Boris Henry, Ringer-Ass Jan Fischer und Turn-Star Eugen Spiridonov haben eines gemeinsam: Sie unterstützen den Frauenfußball im WM-Jahr, und sie alle werden das Trikot einer Prominenten-Auswahl tragen, die am Samstag, 28

Saarbrücken. Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno, der frühere Weltklasse-Speerwerfer und heutige Bundestrainer Boris Henry, Ringer-Ass Jan Fischer und Turn-Star Eugen Spiridonov haben eines gemeinsam: Sie unterstützen den Frauenfußball im WM-Jahr, und sie alle werden das Trikot einer Prominenten-Auswahl tragen, die am Samstag, 28. Mai, in einem Benefiz-Fußballspiel im Stadion Kieselhumes in Saarbrücken gegen die Frauen-Bundesligamannschaft des 1. FC Saarbrücken von 1997/1998 antritt. Das von der Frauen-Abteilung des FCS organisierte Spiel zu Gunsten der Lebenshilfe Saarbrücken findet voraussichtlich um 18 Uhr statt.Neben den genannten werden weitere Saarsport-Größen wie Basketball-Trainer René Spandauw von den Saarlouis Royals, Ex-Badminton-Nationalspieler Michael Keck und die Zweitliga-Handballer Danijel Grgic und Daniel Fontaine (Foto: Klos) von HG Saarlouis in der von der Sport-Redaktion der SZ zusammengestellten Mannschaft kicken. Auch ausgewiesene Fußballer wie Ex-Profi Neale Marmon werden dabei sein. "Wir wollen aus dieser Aktion ein Fest des Sports machen, mit Sportlern aus vielen Sportarten, vor allem den Schwerpunktsportarten des Olympiastützpunkts", sagt SZ-Sportredakteur Kai Klankert.

"Wir hoffen auf eine gute Stimmung und gutes Wetter", ergänzt FCS-Team-Managerin Katja Spielmann und betont: "Diese Veranstaltung soll schon einmal auf die Frauenfußball-WM im eigenen Land einstimmen." Die Idee dazu hatte die Verbandssportlehrerin des Saarländischen Fußball-Verbands (SFV), Margret Kratz, zusammen mit Marion Zapp. Kratz war damals Trainerin der Saarbrücker Bundesliga-Mannschaft und wird auch bei dem Spiel Ende Mai auf der Bank sitzen. "Es haben fast alle zugesagt und werden kommen. Außer Nicole Müller, die an diesem Tag eine Klausur schreibt", freut sich Kratz auf das Wiedersehen mit ehemaligen Spielerinnen wie Patrizia Brocker, Eva Minor, Petra Hauser oder Barbara Holz.

Die wiederum kennt Daniel Fontaine nicht. Der 21 Jahre alte Rückraumspieler der HG Saarlouis wusste nach eigenen Angaben "1998 noch gar nicht, dass es im Saarland überhaupt Frauenfußball gibt", konnte sich einige Jahre später aber selbst davon überzeugen: "Ich habe früher mal ein Spiel der FCS-Damen gesehen, als meine Klassenkameradinnen vom Rotenbühl-Gymnasium, Josephine Henning und Selina Wagner, noch dort spielten", erzählt Fontaine und spricht sich dafür aus, ihn bei dem Benefizspiel "dort hinzustellen, wo es nicht gerade auf fußballerische Qualitäten ankommt". Dort sollte man seiner Meinung nach eher seinen Teamkollegen Grgic positionieren, der sich früher beinahe für eine Fußballprofi-Karriere entschieden hat.

Selbst Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno will sich "den Spaß nicht entgehen lassen", wie der 29-Jährige sagt, obwohl der Sportler des LAZ Saarbrücken mit Bällen eher weniger zu tun hat. Um keine Verletzung zu riskieren, wird sich sein "Aufgabengebiet" in der Prominenten-Auswahl hauptsächlich auf "ruhende Bälle" wie das Ausführen des Anstoßes beschränken - schließlich steht eine Woche später eines der wichtigsten Rennen in der Saison an, der WM-Lauf in Madrid. Trotzdem will sich Frodeno die WM-Aktion des 1. FC Saarbrücken nicht entgegen lassen. Des Frauenfußballs zuliebe. Und natürlich wegen der durchaus spektakulären Zusammenstellung des Prominenten-Teams. "1998 habe ich noch gar nicht gewusst, dass es im Saarland überhaupt Frauenfußball gibt."

Daniel Fontaine,

HG Saarlouis

Auf einen Blick

Für die WM-Aktion am 28. Mai im Stadion Kieselhumes in Saarbrücken trommeln Margret Kratz und Marion Zapp das Bundesliga-Team des 1. FC Saarbrücken aus der Saison 1997/1998 zusammen - unter anderem Melanie Klein, Barbara Holz, Susanne Messner, Sabine Stürmer, Patrizia Brocker, Nicole Haase, Petra Hauser, Miriam Scheib, Pia Schindeldecker, Nina Trautmann, Angelika Beck, Nacera Bechiki, Claudia und Andrea Riehm, Diana Werner, Eva Minor, Sandra Zwiener, Denise Gorges, Alex Thurow, Heike Ziegler. red