SGH St. Ingbert siegt im Saar-Ost-Derby

Handball-Saarlandliga : SGH St. Ingbert siegt im Ostsaar-Derby

Die SGH St. Ingbert hat seit Jahren wieder ein Auswärts-Derby beim TV Niederwürzbach gewinnen können. Die SG Ommersheim/Aßweiler verliert weiter. Und Spitzenreiter TV Homburg lässt einen Punkt liegen.

Komplett frei kommt Philip Forster zwischen Eins und Zwei, so werden die Verteidiger-Positionen auf der linken Angriffsseite genannt, zum Abschluss. Locker schüttelt der Spielmacher der SGH St. Ingbert einen Dreher aus seinem Arm vorbei an Björn Feit, Torhüter des TV Niederwürzbach. Nach dem 24:21 geht Forsters Jubel inklusive Kampfschrei, beide Arme von sich gestreckt, die Fäuste geballt, in Richtung des St. Ingberter Fanblocks – zum ersten Mal wendet er sich so aktiv den mitgereisten Handball-Fans zu. Wohlwissend, dass sein Tor ein ganz wichtiges war. Es war das 24:21 der Gäste in der 53. Minute. Das späte Mittel zum Erfolg: ein leeres Kreuzen über die linke Seite, Neuzugang Hennadii Kucher zieht das Eins-gegen-eins in der Mitte und trifft die Entscheidung. In dieser Instanz, die Forster technisch gekonnt vollendete, hebelte ein weiteres Kreuzen Kuchers mit Linkshänder Thomas Zellmer den Mittelblock aus und riss die Lücke für den siebenfachen Torschützen.

Doch bei weitem nicht alle Treffer der SGH waren so locker herausgespielt wie dieser. Tatsächlich konnte TV Niederwürzbach im Saar-Ost-Derby der Handball-Saarlandliga mehr einfachere Tore verbuchen. Zwar mussten die Gastgeber gegen eine körperlich überlegene und defensiv formierte 6:0-Abwehr viel Aufwand betreiben. Durch forcierte Ballgewinne konnten sie im schnellen Gegenstoß-Spiel jedoch immer wieder schmerzhafte Nadelstiche anbringen. Das führte dazu, dass sich vor über 250 Zuschauern langfristig keiner der Kontrahenten absetzen konnte. Die Gäste hatten im Spielverlauf zwar leichte Vorteile und eher die Nase vorn. Aber sowohl das 6:8 (14. Minute) als auch das 14:18 (36. Minute) konnten die Hausherren binnen kurzer Zeit wieder ausgleichen, Niederwürzbach blieb immer in Schlagdistanz. Bis eben zur 53. Minute. „Wir haben uns dumm dran gestellt. Es steht 20:20, dann vertändeln wir vorne zwei, drei Bälle. Und dann geht es, wie es im Handball so ist“, schnaufte Niederwürzbachs Außen Kevin König enttäuscht und fügt an: „Die Kleinigkeiten haben den Ausschlag gemacht.“ Von dem drei Tore-Rückstand sieben Minuten vor Schluss erholten sich die Gastgeber nicht mehr. Am Ende stand für den TVN eine 24:27-Niederlage, für die Gäste aus St. Ingbert hingegen ein Sieg in Niederwürzbach, auf den sie seit Jahren gewartet haben. „Schweinegeil“, freute sich Torhüter Rouven Latz und fing an zu lachen. Er erklärte: „Durch die Gegenstöße, die wir kriegen, kann das Spiel kippen. Aber wir haben gut gekämpft und das Spiel ganz klar durch die starke Abwehr gewonnen.“ St. Ingbert hat seinen dritten Platz im Klassement (10 Punkte) verteidigt. Der TV Niederwürzbach ist mit 6:8 Zählern Achter.

Seit nunmehr sechs Spielen wartet die SG Ommersheim/Aßweiler auf ein Erfolgserlebnis. Auch im Aufsteiger-Duell mit den HF Illtal II in der Sporthalle Uchtelfangen hatte die SG das Nachsehen. Sie unterlag am Samstag mit 23:31 und bleibt mit nur einem Saisonsieg auf dem letzten Tabellenplatz

Spitzenreiter TV Homburg musste am Sonntag gegen den TV Merchweiler einen Punkt abgeben (24:24). Er teilt sich den ersten Platz jetzt mit dem HSV Merzig/Hilbringen (beide 12:2).

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