SFV: Antrag auf außerordentlichen Verbandstag abgelehnt

Kostenpflichtiger Inhalt: SFV-Spitze entscheidet : Fußball-Verband lehnt Antrag auf frühere Wahlen ab

Der Saarländische Fußball-Verband (SFV) hat die Anträge von 131 Fußballvereinen aus dem Saarland auf die Einberufung eines Außerordentlichen Verbandstages mit Neuwahlen des gesamten Verbandsvorstandes abgelehnt.

Das erklärten die beiden aktuellen Vize-Präsidenten des SFV, Adrian Zöhler und Bernhard Bauer, am Dienstagmittag (24. September) auf einer Pressekonferenz in der Geschäftsstelle des SFV an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken. Die Ablehnung wurde unter anderem damit begründet, dass den Anträgen keine Tagesordnung für den Verbandstag beigelegt gewesen sei. Außerdem müsste der alte Vorstand erst abgewählt werden. Damit hält der SFV an seiner Linie fest, erst am 6. Juni 2020 auf einem turnusmäßigen Verbandstag einen neuen Präsidenten zu wählen. Seit dem Rücktritt von Franz Josef Schumann Ende März dieses Jahres steht der SFV ohne Präsident da.

Die Gruppe „Vereine vor“ um den ehemaligen saarländischen Regierungssprecher Thorsten Klein und Ex-Nationalspieler Philipp Wollscheid hatte am vergangenen Donnerstag 131 Anträge für einen außerordentlichen Verbandstag eingereicht. Seit Monaten gärt es im SFV. Klein und seine Gruppe wollen diesen Zustand ändern, zogen in den vergangenen Wochen durch die Clubheime, sammelten Unterschriften für einen Neuanfang. „Es ist ein Misstrauensvotum der Vereine“, hatte Klein gesagt. Rechtsanwältin Barbara Haupenthal, die Juristin bei „Vereine vor“, hatte erklärt: „An juristischen Hürden wird es nicht scheitern. Da bin ich absolut sicher.“

Die Entscheidung des SFV-Präsidiums kommentierte Klein mit Unverständnis. „Wir wissen, dass es für den bisherigen Vorstand des SFV eine Situation ist, mit der der Umgang nicht leicht fällt. Dass er allerdings versucht, mit Tricksereien und Mauscheleien die Satzung auszuhebeln und den klaren Wunsch vieler Vereine nach einem Neuanfang nicht als Herausforderung anzunehmen, hätten wir nicht für möglich gehalten“, sagte Klein, „es geht offenbar nur um das Kleben an Pöstchen und nicht um die großen und kleinen Probleme der 368 Vereine im Saar-Fußball.“

Barbara Haupenthal sagte: „Wir behalten uns im Sinne eines demokratischen und rechtlich einwandfreien Prozesses vor, rechtlich gegen die derzeitige Führung des SFV vorzugehen, um das verbriefte Recht der Vereine auf einen Verbandstag mit kompletten Neuwahlen durchzusetzen.“

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