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Fußball-Bundesliga
Selke raubt dem 1. FC Köln den letzten Funken Hoffnung

Berlin. Geißböcke planen für 2. Liga, HSV will nicht aufgeben.

Die letzten Erstliga-Hoffnungen blieben zurück in der Hauptstadt. Der designierte Absteiger 1. FC Köln hat am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga bei Hertha BSC nicht nur erneut einfältig ein Spiel verloren – zum 19. Mal in dieser Spielzeit. Berlins Doppeltorschütze Davie Selke raubte den Profis und Verantwortlichen des FC zugleich den Glauben, in den letzten vier Runden noch das Rettungs-Wunder schaffen zu können. „Ehrlich, viel Hoffnung habe ich nicht“, sagte Leonardo Bittencourt.


Der Brasilianer hatte mit seinem Führungstor (29. Minute) vor 49 253 Zuschauern im Olympiastadion – darunter mindestens 5000 Kölner Anhänger – die Hoffnungs-Flamme noch einmal angezündet. Doch nach dem sechsten und siebten Saisontreffer von Hertha-Stürmer Selke, beide von Nationalspieler Marvin Plattenhardt vorbereitet, war sie wieder erloschen.

„Die Situation ist schon lange schwierig. Wieder da, wieder weg, das musst du erstmal hinkriegen. Es ist nicht so angenehm. Und dann gehst du halt wahrscheinlich runter“, sagte FC-Sportdirektor Armin Veh. Mit 21 Zählern fehlen dem Tabellenschlusslicht weiter sechs Punkte auf Relegationsrang 16. Der FSV Mainz 05 (27) kann heute gegen den SC Freiburg (30) den Abstand sogar noch ausweiten. „Irgendwann“, meinte der scheidende FC-Trainer Stefan Ruthenbeck, „glaubst du auch nicht mehr dran“. Sportchef Veh wird nun „zeitnah“ die wichtigste Entscheidung für die neue Saison verkünden: den Trainer. Der gebürtige Kölner Markus Anfang, mit Holstein Kiel gerade auf dem Weg in Liga eins, soll wohl den Wiederaufstieg der Kölner verantworten. „Es wird nicht so lange dauern“, sagte Veh.



Beim Bundesliga-Gründungsmitglied Hamburger SV wollen sie sich noch nicht mit dem drohenden Abstieg abfinden, der nach dem 0:2 bei 1899 Hoffenheim wahrscheinlicher geworden ist. Interimstrainer Christian Titz sagte: „Die Situation wird nicht leichter. Aber in der zweiten Halbzeit hat sich die Mannschaft gegen die Niederlage gestemmt. So lange es rechnerisch noch möglich ist, werden wir nicht aufgeben.“ Auch die Anhänger ließen ihre Mannschaft nicht hängen und schworen sie mit Sprechchören auf den Abstiegskampf-Endspurt ein.