Segelregatta: Halloween-Race auf dem Bostalsee

Segeln : „Segeln ist das quasi das Schachspiel des Wassersports“

Bei der Halloween-Regatta ermittelten die Segler ihre Landesmeister. Einige Starter kenterten.

Beim sogenannten „Halloween-Race“ am Wochenende auf dem Bostalsee ging es nicht um Süß-Saures, sondern um das Umsegeln eines Dreieckkurses in Bestzeit. Das Gruselereignis an der Segelregatta stellte das Wetter am Sonntag dar. Dürftige Windverhältnisse zu Beginn und später Dauerregen ließen nur noch eine Wettfahrt zu. Ursprünglich hatte Wettfahrtleiter Olaf Graf sieben Läufe in den drei Bootsklassen für beide Tage geplant.

Christian Winkel vom veranstaltenden Yachtclub Saarbrücken ging in der Olympischen Bootsklasse Laser Standard ins Rennen. Mit einer Geschwindigkeit von sieben Knoten zischte über die Oberfläche des Binnengewässers. „Es herrschte drehender Wind, dabei war es wichtig, das Segel auf die richtige Seite zu setzen – und das erfordert durchgehend Konzentration“, sagte Winkel, für den es die erste Regatta im Laser-Standard-Boot war. Und bei seiner Premiere hatte er noch Pech. „Das Boot kam ins Wanken und ist gekentert“, berichtete der Segler. Gleich vier Positionen wurde Winkel dadurch nach hinten durchgereicht. Am Ende landete er nach dem ersten Wettlauf auf Platz sechs, den er auch im zweiten Rennen einnahm.

„Segeln ist das Schachspiel des Wassersports, zwei Züge muss man immer vorausdenken“, sagte Winkel. Bei der dritten Runde um den Dreieckskurs mit Schleife fuhr er dann ganz vorne mit. „Man muss sehen, dass man vor den Konkurrenten bleibt und ihnen so den Wind aus den Segeln nehmen kann“, meinte Winkel.

Seine Taktik passte, es reichte für Platz zwei. Am zweiten Wettbewerbstag war wegen der schlappen Brise Wind keine Verbesserung für ihn mehr möglich. Winkel wurde Fünfter im Gesamtklassement. „Bei der Leistungsdichte bin ich damit zufrieden“, resümierte er.

Den Saarlandtitel holte sich Felix Laukhardt, der für den Offenbacher Segelclub Undine startet. Der elfjährige Nachwuchssegler Fiete Kolbus vom SC Bosen landete in der Klasse Opti B auf dem dritten Gesamtrang. „Im ersten Lauf bin ich gekentert“, grummelte er. Nach einem schlechten Start fuhr Fiete in Wettfahrt zwei noch auf den vierten Platz. Beim dritten Lauf war er nicht zu stoppen und holte sich den ersten Rang. „Am Sonntag gab es ja dann so gut wie keinen Wind mehr“, bedauerte Fiete.

In der Bootsklasse Laser Radial belegte sein Vereinskamerad Leon Schulz hinter dem neuen Titelträger Thomas Rössler aus Ludwigshafen den zweiten Platz. Insgesamt 48 Teilnehmer hatten sich für das „Halloween-Race“ auf dem Bostalsee angemeldet.

Mehr von Saarbrücker Zeitung