Sebastian Jacob trifft zum 2.1 des 1. FC Saarbrücken gegen den FC Homburg

Kostenpflichtiger Inhalt: 1. FC Saarbrücken jubelt über Derbysieg : Jacob schießt FCS zum Derbysieg

Siegtorschütze beim 2:1 gegen den FC Homburg war bei seinem Elfmeter nicht nervös. 4307 Zuschauer in Völklingen.

Es läuft die Nachspielzeit im großen Saarderby der Fußball-Regionalliga Südwest zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem FC Homburg. Noch einmal kommt der Ball in den Gäste-Strafraum. Die Gäste bekommen den Ball nicht aus der Gefahrenzone. „Dann war es der Klassiker“, erzählte FCS-Stürmer Fabian Eisele über die spielentscheidende Situation, „Stefano Maier will den Ball spielen, kommt zu spät und trifft mich am Bein. Clever oder nicht, es war ganz einfach ein Foul und darum Strafstoß.“

Schiedsrichter David Scheuermann zögerte keine Sekunde, zeigte auf den Punkt. Sebastian Jacob schnappte sich den Ball, schickte Homburgs Schlussmann David Salfeld in die falsche Ecke und bejubelte den Siegtreffer zum 2:1 (1:0)-Endstand. „Ich war nicht nervös. Ich bin Schütze Nummer eins bei uns. Und da musst du das Selbstvertrauen haben, auch in dieser Situation zu treffen“, so der Saarlouiser nach seinem 14. Saisontor. Dass er nach dem Treffer den Ball wegschlug war gefährlich - schließlich war er gelb-belastet. „Das hab ich auch gemerkt, aber dafür darf man in einem solchen Spiel keine Karte ziehen.“

FCS-Trainer Dirk Lottner musste seine Mannschaft umbauen. Vor Torwart Daniel Batz und der bewährten Dreierkette mit Boné Uaferro, Christopher Schorch und Anthony Barylla bot der Trainer – übrigens wie Vorgänger Fuat Kilic – drei Sechser auf. Kapitän Manuel Zeitz, Rückkehrer Fanol Perdedaj und Kianz Froese bildeten ein variables Dreieck in der Zentrale, das gegen den Ball die stabile Basis Zeitz/Perdedaj hatte, in Ballbesitz mit Froese/Perdedaj quasi zwei Spielmacher aufwies. Tobias Jänicke spielte links für den gesperrten Mario Müller, rechts durfte dafür Jayson Breitenbach ran. Den Sturm bildeten Sebastian Jacob und Gillian Jurcher.

Die Partie begann mit Verspätung. Zum einen wegen der Gedenkminute für Ex-Nationalspieler Robert Enke, zum anderen weil im FCS-Block wieder gezündelt wurde. Zwei Minuten nach Anpfiff brannte es im Homburger Strafraum. Froese hatte in die Schnittstelle gespielt, aber Jurcher fehlte eine Fußlänge zum 1:0.

Die Partie blieb intensiv, die Zweikämpfe derby-mäßig. Auf Tormöglichkeiten oder richtig gute Spielzüge mussten die 4307 Zuschauer allerdings erst mal verzichten. Und so fiel die Führung kurios. Homburgs Christopher Theisen brachte den Ball von der rechten Seite des eigenen Strafraums in die Mitte. Dort war Fanol Perdedaj mit dem Kopf zur Stelle und brachte den Herbstmeister in Führung (23. Minute). „Die Flanke war gut“, sagte Torschütze Perdedaj lachend, „wir hätten vor der Pause nachlegen müssen.“

Fünf Minuten später jagte Jurcher dem Ex-Saarbrücker Kevin Maek den Ball ab und schob ins lange Eck ein – doch Schiedsrichter Scheuermann, der das Spiel an der langen Leine zu führen versuchte, empfand den Körpereinsatz des FCS-Angreifers als übertrieben. Zehn Minuten vor der Pause hätte es dann 2:0 stehen müssen. Nach Perdedajs Ecke kratzte FCH-Schlussmann David Salfeld den Kopfball von Jurcher aus dem Winkel.

Die Führung der Hausherren zur Pause war verdient – aber sie währte nach dem Wechsel nur drei Minuten. Da nutzte Stefano Maier einen Fehler von Batz zum 1:1-Ausgleich. „Das Tor hat dazu geführt, dass wir unruhiger wurden und nicht mehr so ins Positionsspiel kamen“, sagte Lottner, „erst zehn Minuten vor Ende konnten wir das Spiel wieder weiter nach vorne verlagern.“

Torschützen unter sich: Sebastian Jacob jubelt mit Fanol Perdedaj, der die Saarbrücker Führung erzielt hatte. Foto: Andreas Schlichter
Kampf war Trumpf im Saarderby: Hier versucht Kevin Maek (rechts) vom FC Homburg, den Saarbrücker Gillian Jurcher zu stoppen. Foto: Thomas Wieck

Jacob scheiterte per Kopf am überragenden Salfeld (87.) und machte sich dann zum Helden des Spiels. „Unterm Strich steht der Derby-Sieg. Das zählt“, sagte der Saarlouiser. Und sein Trainer ergänzte: „Wir haben damit eine herausragende Vorrunde gekrönt.“ Das sah auch FCS-Abwehrspieler Christopher Schorch so: „Ich weiß jetzt, was das echte Saarderby ist. Es freut mich besonders für unsere Fans. Sie trauerten heute eigentlich um einen aus ihrer Mitte. Darum haben wir als Mannschaft diesen Sieg auch ihm gewidmet.“

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