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Fußball-Bundesliga
Schwere Verletzung als Chance für andere

Kingsley Coman fällt vermutlich bis Saisonende aus. Das ist bitter für den FC Bayern, aber auch eine Chance für die Oldies im Team.
Kingsley Coman fällt vermutlich bis Saisonende aus. Das ist bitter für den FC Bayern, aber auch eine Chance für die Oldies im Team. FOTO: Andreas Gebert / dpa
München. Der FC Bayern muss lange auf Kingsley Coman verzichten. Plötzlich wird Franck Ribery gebraucht.

Es ist gerade eine Woche her, da verließ Franck Ribery die Allianz Arena sichtlich angefressen. Beim 5:0 (1:0) von Bayern München in der Champions League gegen Besiktas Istanbul war der Altstar nur Kurzarbeiter gewesen. Trainer Jupp Heynckes hatte der Jugend in Person von Kingsley Coman wie schon einige Male in dieser Saison den Vorzug gegeben – und das in einem derart wichtigen Spiel.


Die „Götterdämmerung“ schien immer näher zu rücken. Und jetzt? Coman (21) erlitt am vergangenen Samstag beim 0:0 gegen Hertha BSC einen Riss der Syndesmose oberhalb des linken Sprunggelenks und wurde am Montag bereits operiert. Eine Rückkehr in dieser Saison dürfte eher unwahrscheinlich sein.

Das Pech des einen, ist die Chance des anderen: Ribery dürfte von der schweren Verletzung seines französischen Landsmanns, die für die Münchner im Endspurt um drei Titel ein echter Schlag ist, am ehesten profitieren. Der bald 35-Jährige wird wieder mehr Einsatzzeit bekommen, auch wenn er längst nicht mehr das Tempo eines Coman hat und kann sich so besser für eine Weiterbeschäftigung beim Rekordmeister empfehlen. Der Vertrag von Ribery, aber auch der von Arjen Robben (34) läuft im Sommer aus. Seit Wochen gibt es Diskussionen und Spekulationen, wie es mit den beiden Oldies weitergeht.

Auch Robben war im Achtelfinal-Hinspiel der Königsklasse gegen Besiktas zunächst außen vor gewesen. Der Niederländer hatte die Enttäuschung über seine Nichtberücksichtigung für die Startelf anschließend offen zur Schau getragen. Heynckes sah sich sogar zu einer klaren Ansage an seine Stars genötigt. „Ich mache das, was ich für richtig halte. Das muss jeder akzeptieren“, sagte er, fügte aber auch an: „Gesunder Konkurrenzkampf ist immer gut. Das ist eher motivierend.“ Und als hätte er es geahnt, dass er auf Ribery, aber auch auf Robben künftig wieder verstärkt bauen muss, betonte Heynckes erst am vergangenen Freitag: „Das werden noch ganz, ganz wichtige Spieler in den nächsten Wochen.“

Und danach? Die Bayern spielen auf Zeit. Die beiden hätten eine „große Bedeutung“, sagte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge unlängst: „Wir wissen, was wir an ihnen haben.“ Der Verein müsse aber auch „ein Stück über den Tellerrand hinausschauen. Ist es noch die richtige Entscheidung, ein Jahr weiterzugehen oder die unpopuläre Entscheidung zu treffen, einen Umbruch einzuleiten?“, erklärte Rummenigge und sprach von einem „sanften Umbruch“.



Sehr wahrscheinlich hängen die beiden Personalien auch davon ab, wer ab Sommer die Nachfolge von Heynckes antritt. Rummenigge deutete schon einmal an, dass es noch dauern kann. „Wir müssen abwarten, wie die Saison läuft. Es wird möglicherweise erst spät eine Entscheidung fallen“, sagte er. Warum die Bayern zögern, liegt auf der Hand. Robben wurde gerade 34, Ribery feiert im April seinen 35. Geburtstag. Wem in München die Zukunft gehört, ist klar: Kingsley Coman zum Beispiel. Mit ihm verlängerten die Bayern zuletzt bis 2023.