Schwere Gegner für deutsche Badmintonspieler bei der WM in der Schweiz

Badminton-WM : In Basel warten dicke Brocken auf die Bischmisheimer

Die Badminton-Nationalspieler vom Saarbrücker Olympiastützpunkt haben bei der WM in der Schweiz schwere Auslosungen erwischt.

Nein – von Losglück kann man nun wirklich nicht sprechen. Wenn an diesem Montag in Basel in der Sporthalle St. Jakob die Badminton-Weltmeisterschaft in den Einzeldisziplinen beginnt, dann sieht es nicht danach aus, als ob die deutschen Nationalspieler lange im Turnier verbleiben könnten. Denn schaut man sich die Gegner von Isabel Herttrich, Marvin Seidel und Co. einmal genauer an, muss konstatiert werden: Die Spieler des Bundesligisten 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim brauchen schon einige Sahnetage, um in ihren jeweiligen Disziplinen in Richtung Achtel- oder gar Viertelfinale denken zu können.

Fangen wir mit Isabel Herttrich an, der wohl besten deutschen Mixed- und Doppelspielerin der letzten beiden Bundesligajahre. Die 27-Jährige darf sich Hoffnungen machen, 2020 bei den Olympischen Spielen in zwei Disziplinen an den Start zu gehen. Dafür braucht Herttrich aber vor allem im Damendoppel mit ihrer Partnerin Linda Efler (Union Lüdinghausen) Punkte. Davon gibt es bei der WM zuhauf, von Runde zu Runde entsprechend mehr. In der ersten Runde treffen Herttrich/Efler, die in der Weltrangliste derzeit auf Platz 43 geführt werden, am Dienstagabend um 19 Uhr auf das Duo Kati-Kreet Marran/Helina Rüütel aus Estland (Nummer 58). Ein machbares Los. Danach kommt es aber dicke: In der Runde der letzten 32 würden die Chinesinnen Li Wen Mei/Zheng Yu (Weltranglistenplatz 13) warten – ein echtes Brett. Noch dicker hat es Herttrich im Mixed mit ihrem Partner Mark Lamsfuß erwischt. Die Auftakthürde gegen die Schweizer Lokalmatadore Oliver Schaller/Celine Burkart (Weltranglistenplatz 87) sollte für die Weltranglisten-19. kein Problem darstellen. Dann aber kommt es knüppeldick:  Zheng Si Wie und Huang Ya Qiong, das derzeit beste Mixed der Welt, türmt sich in Runde zwei auf wie die sprichwörtliche chinesische Mauer. Ein Erfolg käme einem Badminton-Erdbeben gleich.

Marvin Seidel hat es ähnlich übel erwischt. Im Mixed wird der 23-Jährige mit Stammpartnerin Efler derzeit auf Platz 34 geführt. In der ersten Runde wartet mit den Indonesiern Rinov Rivaldy und Pitha Haningtyas Mentari (Weltranglistenplatz 17) gleich schon an diesem Montag um 15.40 Uhr ein bärenstarkes Duo. Im Falle eines Sieges winkt ein Duell mit den Weltranglisten-Dritten Yuta Watanabe und Arisa Higashino. Die Japaner warfen Seidel und Efler schon im vergangenen Jahr bei der WM im chinesischen Nanjing aus dem Turnier. Etwas besser sieht es für Seidel im Herrendoppel mit Lamsfuß aus. Gegen die Indonesier Danny Bawa Chrisnanta und Loh Kean Hean (Weltranglistenplatz 107) sind die Deutschen, die auf Platz 22 rangieren, favorisiert. In Runde zwei wartet aber mit den Weltranglistenfünften Hiroyuki Endo und Yuta Watanabe aus Japan ein dicker Brocken.

„Ja, man hätte tatsächlich das ein oder andere bessere Los erwischen können“, sagt Marvin Seidel, „aber abgesehen davon fühlen wir uns aber sehr gut vorbereitet.“ In der vergangenen Wochenende wurden vom Deutschen Badminton-Verband (DBV) extra zwei Malaysier als Sparringspartner eingeflogen, die am Olympiastützpunkt in Saarbrücken beim Training halfen. „Das hilft uns, die Qualität im Training noch etwas nach oben zu schrauben, und wir hatten dadurch auch schon ein paar echt gute Matches“, sagt Seidel, „von daher blicke ich positiv auf nächste Woche und glaube, dass wenn alles zusammenkommt, wir auch für ein paar Überraschungen sorgen können.“ Die wären auch nötig – gerade im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation.

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