Schwarzer Dezember vermiest gute Hinrunde

Trier. Von Krisenstimmung kann beim TBB Trier nicht die Rede sein. Auch nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge versuchen die Verantwortlichen des Basketball-Bundesligisten, das Positive aus der Hinrunde mitzunehmen: "Wir sind sportlich im Soll", sagt das Trierer Urgestein James Marsh (Foto: SZ), der inzwischen im Marketingbereich des TBB tätig ist

Trier. Von Krisenstimmung kann beim TBB Trier nicht die Rede sein. Auch nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge versuchen die Verantwortlichen des Basketball-Bundesligisten, das Positive aus der Hinrunde mitzunehmen: "Wir sind sportlich im Soll", sagt das Trierer Urgestein James Marsh (Foto: SZ), der inzwischen im Marketingbereich des TBB tätig ist.

Auch Geschäftsführer Lothar Hermeling betont: "Schaut man auf unseren Etat (geschätzte 1,8 Millionen Euro, Anm. der Red.), stehen wir genau da, wo wir hingehören." Das ist vor dem abschließenden Hinrundenspiel gegen Alba Berlin am Samstag um 19.45 Uhr (live im DSF) Tabellenplatz 14. Doch Hermeling gibt zu, dass man sich am Ende ein bisschen mehr erhofft, zumindest die Vorjahres-Platzierung will der TBB wieder erreichen: "Wir wollen mindestens Zehnter werden. Alles darunter wäre eine Enttäuschung."

Schließlich hat die Mannschaft im Laufe der Hinrunde durchaus Hoffnung auf eine sehr gute Platzierung, vielleicht sogar die Play-offs geweckt. Mit einem Paukenschlag war Trier in die Saison gestartet, hatte gleich im Auftaktspiel die favorisierten Skyliners Frankfurt 71:67 geschlagen. Auch danach blieben die Trierer vor allem zuhause eine Macht und standen nach zwölf Spieltagen sogar auf einem Playoff-Platz acht.

Doch dann folgte die erwähnte Niederlagenserie. "Der Spielplan hat dabei sicher eine Rolle gespielt", sagt James Marsh. Mit Bonn und Bamberg gastierten zwei Topteams in Trier. Beide Spiele gingen verloren. Dazu setzte es für das chronisch auswärtsschwache Team (nur ein Sieg in sieben Spielen) Niederlagen in Ulm, beim Mitteldeutschen BC sowie in Hagen.

Nichts war mehr zu spüren von der Leichtigkeit der ersten Spiele. Auch Trainer Yves Defraigne sieht das Selbstvertrauen in seinem Team schwinden: "Wenn man mehrmals hintereinander verliert, spielt man irgendwann auch schlecht." So war der TBB auch im letzten Heimspiel gegen Bamberg völlig chancenlos: "Im Moment spielen nicht alle auf ihrem normalen Niveau", konstatiert der Coach.

Neben der sportlichen Talfahrt plagten den TBB im Dezember auch wirtschaftliche Probleme: Der Verein kündigte sofortige Sparmaßnahmen an, nachdem laut Hermeling mehrere Sponsoren aufgrund der Wirtschaftskrise abgesprungen waren. Die Folge waren Einschnitte bei den Personalkosten, Mannschaft und Trainer verzichteten freiwillig auf zehn Prozent ihres Gehalts. "Das zeigt, dass die Identifikation unserer Spieler mit dem Verein sehr groß ist", sagt Marsh.

Um wirtschaftlich dauerhaft konkurrenzfähig zu bleiben, will sich der Verein ganz neu aufstellen. Dabei wollen die Verantwortlichen regional ansässige Unternehmen stärker einbeziehen, beispielsweise als Gesellschaftler des Clubs. "Gerade die Entwicklungen in der jüngsten Vergangenheit im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise zeigen, dass wir uns breiter aufstellen müssen", meint Hermeling. Mehr Gesellschafter könnten zukünftige Verbindlichkeiten besser auffangen. Der Verein führe derzeit Gespräche und werde aller Voraussicht nach bereits in ein bis zwei Wochen neue Gesellschafter vorstellen, sagt der Geschäftsführer.

Aufgrund der bislang getätigten Maßnahmen blickt Hermeling optimistisch in die Zukunft: "Der jetzige Stand ist: Der Spielbetrieb ist gesichert." So gibt sich der Geschäftsführer auch in Hinblick auf den 15. Januar gelassen: Bis zu diesem Stichtag muss der TBB weitere Unterlagen zur finanziellen Situation des Vereins einreichen, die die Liga angefordert hatte. "Wir sind sportlich im Soll"

TBB-Urgestein

James Marsh

Hintergrund

In der Basketball-Bundesliga steht TBB Trier mit 23 Punkten auf Platz 14 (Stand gestern, 20 Uhr). Den letzten Playoff-Platz, Rang acht, belegt Tübingen mit drei Punkten und zwei Spielen mehr als Trier. Auch der Abstand zu den Abstiegsplätzen ist nicht groß: Auf Rang 17 weist Gießen nur einen Zähler weniger auf als der TBB, der ein Spiel mehr zu absolvieren hat. Das ist angesichts des neuen Punktesystems nicht uninteressant: Demnach bekommt der Sieger eines Spiels zwei Zähler, der Verlierer aber immer noch einen. gda