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Schub für die Bundesliga

In den vergangenen beiden Spielzeiten waren die Frauen des FC Bayern München das Maß aller Dinge in der Fußball-Bundesliga. Sie streben den Titel-Hattrick an. Foto: gebert/dpa
In den vergangenen beiden Spielzeiten waren die Frauen des FC Bayern München das Maß aller Dinge in der Fußball-Bundesliga. Sie streben den Titel-Hattrick an. Foto: gebert/dpa FOTO: gebert/dpa
Frankfurt. Nach dem Olympiasieg beginnt im Frauenfußball der Alltag. Am Wochenende startet die Bundesliga, die künftig von Sport 1 übertragen wird. Die Hoffnungen auf eine nachhaltige Wirkung des Triumphes sind groß. dpa-Mitarbeiter Eric Dobias

Der olympische Gold-Glanz von Rio und ein neuer TV-Partner sollen dem deutschen Frauenfußball in der neuen Bundesliga-Saison einen Popularitätsschub verleihen. In den nächsten zwei Spielzeiten wird der Sender Sport 1 jeweils 22 Bundesliga-Partien live übertragen. "Das zeigt, dass das Interesse am Frauenfußball weiter gegeben ist", sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius bei der Saisoneröffnungsveranstaltung der Liga in Frankfurt über den bis Sommer 2018 geltenden Vertrag. "Wir haben die stärkste Liga der Welt", machte Curtius deutlich.


Der Sender, der auch die Handball- und Basketball-Bundesliga überträgt, soll den Frauenfußball einem breiteren Publikum zugänglich machen. "Vor allem was den Zugang zu digitalen Medien angeht, sehen wir in der Kooperation eine Chance, um weitere Zuschauerschichten zu generieren", sagte DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg erfreut.

Trotz WM- und EM-Titeln und der Heim-Weltmeisterschaft 2011 mit ausverkauften Stadien steht der Frauenfußball nicht nur im Schatten der Männer, sondern auch der anderen Ballsportarten. "Wir sind nach wie vor eine Randsportart", erklärte Ratzeburg, "aber eine, die mehr Interesse gewonnen hat".

Den Weg zum Gold-Triumph bei den Olympischen Spielen verfolgten immerhin mehrere Millionen Menschen vor den Fernsehgeräten mit. Dies soll in den Alltag nachwirken. "Die Strahlkraft der Goldmedaille wird einige Zeit wirken. Aber wir sind gefordert, mit guten Leistungen weiter Werbung zu machen", erklärte Ralf Kellermann, Trainer des Vizemeisters und DFB-Pokalsiegers VfL Wolfsburg . Den Vertrag mit dem neuen TV-Partner sieht er als Chance, die Entwicklung auf dem Markt aber längst nicht abgeschlossen. "Ich denke, die Einschaltquoten gehen noch einmal nach oben. Mir wäre aber ein fester Termin für das TV-Spiel wichtig, damit es einen Wiedererkennungswert hat wie das Montagsspiel in der 2. Liga", sagte Kellermann.

Siegfried Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt , sprach von einem "grandiosen weiteren Schritt. Für den Frauenfußball ist das eine super Plattform. Jeder Verein hat dadurch die Möglichkeit, sich zusätzlich zu vermarkten".



Den Auftakt der Live-Spiele macht an diesem Samstag um 15.55 Uhr der Saisonauftakt des deutschen Meisters Bayern München gegen den SC Freiburg . Dort stehen die Saarländerinnen Selina Wagner und Kim Fellhauer unter Vertrag, wobei Letztgenannte nach ihrem Kreuzbandriss, den sie noch im Trikot des 1. FC Saarbrücken erlitten hatte, und einigen Komplikation in der Folge noch nicht wieder topfit ist. Die Pfälzerin Lisa Schüler, die vor einem Jahr vom FCS zum SC Freiburg wechselte und in ihrem ersten aktiven Jahr dem Kader der ersten Mannschaft angehört, dürfte zunächst nur wenig Einsatzzeit erhalten.