Basketball-EM: Schröder will eine Ära begründen

Basketball-EM : Schröder will eine Ära begründen

Vorbild der deutschen Basketballer könnte ausgerechnet EM-Achtelfinal-Gegner Frankreich sein.

() Beim Start zur ersehnten EM-Endrunde präsentierte sich Dennis Schröder am frühen Donnerstagmorgen deutlich aufgeweckter als der Rest der deutschen Basketballer. Als sich das Team kurz nach Sonnenaufgang von Tel Aviv auf den Weg zum Flieger Richtung Istanbul machte, verschickte der NBA-Jungstar aus dem Bus ein Video seiner tief schlafenden Mannschaftskameraden.

Kraft schöpfen heißt das Motto für Schröder & Co. vor dem Achtelfinale gegen Frankreich am Samstag (14.15 Uhr), bei dem das Team die nächste Überraschung schaffen will. „Ich denke von Spiel zu Spiel. Wenn wir da alles geben, alles auf dem Feld lassen und weit kommen – warum nicht jetzt schon eine Medaille?“, sagte der 23 Jahre alte Anführer während der Vorrunde. Trotz des starken zweiten Gruppenplatzes könnte der Weg durch die K.o.-Runde für das Team von Bundestrainer Chris Fleming kaum schwerer sein: Selbst nach einem Sieg über Frankreich, den Europameister von 2013, würde im Viertelfinale wohl der übermächtig erscheinende Titelverteidiger Spanien warten.

Für die Generation Schröder ist die Endrunde die erste große Bewährungsprobe. Edelmetall ist eigentlich erst bei der EM 2021 eingeplant. In dieser Zielsetzung ist ausgerechnet der nächste Gegner das Vorbild. „Ich will alle immer zusammenhaben. Dass wir eine Bindung aufbauen, wie es Frankreich mit Tony Parker in den letzten Jahren hatte“, sagte Schröder. Mit NBA-Star Parker hatte es Frankreich zweimal ins WM-Finale geschafft und Bronze bei den Olympischen Spielen erkämpft. „Ich versuche da auch, einen besseren Job zu machen. Dass ich auch dabei bin, dass wir zusammenwachsen und irgendwann eine Medaille holen“, versprach Schröder seinen Einsatz auch bei kommenden Großereignissen.

„Dennis wächst und wird immer besser, während er hier spielt“, sagte NBA-Trainer Mike Budenholzer von den Atlanta Hawks beim Besuch in Tel Aviv über die Auftritte seines Aufbauspielers. So glänzte der frühere Braunschweiger bei allen fünf Auftritten als bester deutscher Werfer, gehört zu den Topstars des Turniers, ist aber wie das gesamte deutsche Team noch Schwankungen unterworfen. Auch bei der Lehrstunde gegen Litauen (72:89) wechselten sich überragende Phasen mit zwölf Punkten in knapp drei Minuten und unaufmerksame Momente ab. Immer wieder wird der Aufbauspieler hart angegangen, auch Frankreich dürfte auf diese Taktik setzen. Immer wieder zieht Schröder daraus aber auch Energie, dreht nach harten Fouls auf. „Dennis hat sehr viel Stolz“, sagt Trainer Fleming.

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