Schneller Gay bleibt bescheiden

Schneller Gay bleibt bescheiden

Zwei Weltjahresbestzeiten in nur drei Tagen: Im Fernduell mit Usain Bolt ist Ex-Weltmeister Tyson Gay der klare Sieger dieses Sprint- Wochenendes. Bei den US-Meisterschaften lief er zum Abschluss ein starkes 200-Meter-Rennen.

Usain Bolt gegen Tyson Gay: Das große Duell der WM 2009 in Berlin verspricht nun auch der Höhepunkt bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in zwei Monaten in Moskau zu werden. Der fast schon in Vergessenheit geratene Gay lief am Sonntagabend (Ortszeit) bei den US-Meisterschaften in Des Moines die zweite Weltjahresbestzeit binnen drei Tagen. Nach seinem Sieg in 19,74 Sekunden über 200 Meter liegt der 30 Jahre alte Dreifach-Weltmeister von 2007 nun auf beiden Sprintstrecken klar vor dem Weltrekordhalter und Olympiasieger aus Jamaika.

Doch statt wie im extrovertierten Sprint-Gewerbe üblich eine forsche Kampfansage zu richten, hielt sich der eher schüchterne Gay zurück. "Das fühlt sich gut an", sagte er. "Aber es ist kein Geheimnis, dass Usain Bolt der Größte aller Zeiten ist. Er wird definitiv sehr gut vorbereitet zur WM kommen. Ich konzentriere mich nur auf mich selbst."

Bolt selbst trat bei den jamaikanischen Meisterschaften über 200 Meter gar nicht an, da er als Titelverteidiger über diese Distanz ohnehin für die WM qualifiziert ist. Über 100 Meter war er in 9,94 Sekunden deutlich langsamer als sein Rivale aus den USA (9,75). Der schnellste Mann der Welt ist es nicht gewohnt, hinterherzulaufen. Bereits Anfang des Monats hatte er in Rom gegen Justin Gatlin verloren, der nun wiederum in Des Moines über 100 Meter von Gay abgehängt wurde. Bolt geht mit dieser Situation zwar angespannt, aber auch nicht wirklich panisch um. "Ich habe noch an vielen Dingen zu arbeiten", sagte er und schob nach: "Die Weltmeisterschaft ist das Einzige, was wirklich zählt."