Schlütter ist auch ohne WM-Medaillen zufrieden

Lahti · Der Langlauf-Bundestrainer sieht „nicht so schwarz“.

Der deutsche Skilanglauf-Chef Andreas Schlütter hat trotz der dritten WM in Folge ohne Medaille ein positives Fazit der Titelkämpfe in Lahti gezogen. "Wir stehen auf breiter Basis. Gerade die jungen Läuferinnen haben sich gut in Szene gesetzt. Das stimmt mich optimistisch, auch für die Olympischen Spiele", sagte der Sportliche Leiter des Deutschen Skiverbandes (DSV). Der Verband hatte in Finnland die als Ziel ausgegebene Medaille klar verpasst. Beide Staffeln waren nicht über Rang sechs hinausgekommen, für das beste Einzelergebnis sorgte Stefanie Böhler als Zehnte über zehn Kilometer. "Ich sehe das gar nicht so schwarz, und ich bin auch gar nicht so traurig. Wir müssen konsequent weiterarbeiten", sagte Schlütter.

Mut machten in Lahti vor allem die jungen Athletinnen. WM-Debütantin Katharina Hennig (20) sorgte als Elfte im Skiathlon für eine Überraschung, auch Victoria Carl (21) überzeugte in dem Rennen mit Position 15. Allerdings könnten zeitnah auch zwei erfahrene Stützen wegbrechen: Ob Böhler (36) und Nicole Fessel (33) ihre Karriere über 2018 hinaus fortsetzen, ist fraglich.

Bei den Männern machte sich das Fehlen von Hannes Dotzler, Andi Katz und Tim Tscharnke bemerkbar, in Lahti verletzte sich dann auch noch Sebastian Eisenlauer. "Bei den Männern waren wir geschwächt. Wenn alle wieder in Form sind, können wir wieder um Medaillen mitlaufen", sagte Schlütter, gab aber auch zu: "Bei Olympia wollen wir uns natürlich besser zeigen."

Zur Langlauf-Königin der WM avancierte am letzten Wochenende endgültig Marit Björgen. Die Norwegerin gewann die 30 Kilometer und holte ihr viertes Gold in Lahti, insgesamt war es Titel Nummer 18 für die bald 37 Jahre alte Rekord-Weltmeisterin. "Es waren fantastische Tage, unglaublich", sagte Björgen, die im Dezember 2015 Söhnchen Marius zur Welt gebracht hatte. Der Kanadier Alex Harvey gewann gestern zum Abschluss die 50 Kilometer der Herren vor Sergej Ustjugow aus Russland und dem Finnen Matti Heikkinen.