Schiedsrichtergruppe Saarlouis feierte in Schwalbach 100-jähriges Jubiläum

Schiedsrichter : Wenn der Linienrichter unterm Schirm steht

Schiedsrichtergruppe Saarlouis feierte im Schwalbacher Saalbau 100-jähriges Jubiläum mit Festkommers.

(red) Viele warme Worte bei warmem Wetter: Die Schiedsrichtergruppe Saarlouis feierte am Samstagabend im Schwalbacher Saalbau ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem großen Festkommers. Es war ein gelungener Abend mit vielen Wiedersehen – gerade noch rechtzeitig vor dem Beginn der großen Hitzewelle. Schade war nur die geringe Besucherzahl. Rund 120 Gäste waren vor Ort, da hätten sich die engagierten Fußball-Schiris doch schon etwas mehr erhofft. Zumal auch die drei Meisterteams aus dem Kreis Saarlouis geehrt werden sollten – aber nur der FV Schwalbach II (Meister der Bezirksliga) war erschienen.

Gruppen-Obmann Michael Albert freute sich über die gelungene Festschrift mit vielen historischen Bildern und appellierte an die Fairness, die immer über allem stehen sollte. „Wir hoffen, dass wir auch künftig alle Spiele besetzen können, und würden uns über Verstärkung freuen“, sagte Albert.

Für Schirmherrin Monika Bachmann, die saarländische Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, war es ein Heimspiel. „Ich bewundere Sie, wie Sie Woche für Woche auf den Sportplätzen unseres Landes Entscheidungen treffen und bei allem sportlichen Ehrgeiz Werte wie Toleranz und Fairness vermitteln“, sagte Bachmann.

Moderator Stefan Regel bekannte, wie er vom Schiedsrichter heftig kritisierenden Saulus zum Paulus wurde und nun selbst als Schiri „reuige Buße“ tut. Auch Alexandra Heinen, die 1. Beigeordnete der Gemeinde Schwalbach und der Schwalbacher Ortsvorsteher Bernd Schweitzer zeigten viel Anerkennung für die 88 aktiven Unparteiischen, die pro Woche rund 120 Spiele leiten. Heinen bekam auf der Bühne auch noch eine Pfeife überreicht. Damit ihr Mann auf sie hört, meinte Albert schmunzelnd.

Unter den Gästen waren auch Vertreter anderer Schiedsrichtergruppen wie Merzig, Dillingen oder Neunkirchen. Der oberste saarländische Regelhüter, Verbandsschiedsrichter-Obmann Volkmar Fischer, erzählte, dass auch Schiedsrichter gerne mal etwas länger am Tresen verweilen: „Ex-Bundesliga-Schiri Medardus Luca wollte immer schnell nach den Spielen heim. Und sein Kollege Ferdinand Biwersi sagte mal: Wenn der Meda beim HSV in Hamburg gepfiffen hat, ist er schneller daheim, als wenn ich in Hülzweiler gepfiffen habe.“

Robert Mansion (Zweiter von rechts) wurde von Volkmar Fischer, Gerhard Bednorz sowie Michael Albert (von links) als Ehrenschiedsrichter ausgezeichnet. Foto: Werner Kunze. Foto: Werner Kunze/Picasa

Robert Mansion wurde danach für 36 Jahre an der Pfeife von Kreisschiedsrichter-Obmann Gerhard Bednorz als Ehrenschiedsrichter geehrt. Der Hausbacher Bednorz, der auch die Laudatio auf die Gruppe hielt, erzählte später noch eine schöne Anekdote, als er mal bei strömendem Regen in Urexweiler während eines Landesliga-Spiels an der Linie stand. Der junge Linienrichter tat einer Bekannten leid – und als er nichtsahnend an der Mittellinie stand und das Spiel in der anderen Hälfte war, merkte Bednorz plötzlich, dass die Dame hinter ihm stand und den Schirm über ihn hielt. Bei solchen Geschichten dauerte der inoffizielle Teil des Abends nach dem offiziellen dann noch lange – wenn vielleicht auch nicht so lange wie bei Ferdi Biwersi.

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