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Schempp peilt Podium im Gesamtweltcup an

Kontiolahti. Nach der Biathlon-Weltmeisterschaft ist vor dem Weltcup-Finale: Die deutschen Skijäger feierten ihre sensationellen Erfolge im finnischen Kontiolahti in einer Karaoke-Bar, doch schon gestern ging es weiter nach Sibirien. sid/dpa

Die deutschen Biathleten reisen nach der erfolgreichen WM in Kontiolahti mit hohen Zielen zum Weltcupfinale ins russische Chanty-Mansijsk. "Das Podium ist im Gesamtweltcup noch in Reichweite. Da möchte ich angreifen", sagte Staffel-Weltmeister Simon Schempp: "Sicher muss ich ordentlich Gas geben und punkten, aber darauf werde ich jetzt hinarbeiten."

Der 26-Jährige aus Uhingen ist in der Gesamtwertung mit 767 Punkten aktuell Vierter. Drei Rennen vor dem Saisonende liegen Dominator Martin Fourcade (Frankreich/993), Anton Schipulin (Russland/822) und Jakov Fak (Slowenien/800) vor dem dreimaligen Saisonsieger. Schempp war als Zweiter in die WM gegangen, nach seinem schwachen Sprint (77.) und der dadurch verpassten Verfolgung musste er den möglichen Gesamtsieg jedoch bereits abhaken.

Nach einer Medaillenfeier in einer Karaoke-Bar am Sonntagabend machte sich Schempp gemeinsam mit der deutschen Mannschaft gestern um 10.30 Uhr in einem Charterflugzeug vom finnischen Joensuu auf den Weg nach Sibirien. Dort wird in den kommenden Tagen trainiert, ehe am Donnerstag ein Sprint stattfindet. Bis Sonntag stehen außerdem noch Verfolgung und Massenstart auf den Programm, ehe sich die Skijäger in den Urlaub verabschieden.

"Ich würde die Saison jetzt schon gerne beenden", sagte Doppel-Weltmeister Erik Lesser, der aktuell Neunter im Gesamtweltcup (557) ist: "Allerdings würde ich vorher gerne noch den zehnten Platz in der Gesamtwertung absichern. Deswegen gehe ich mit einem guten Gefühl nach Russland." Insgesamt hatten die Biathleten in Finnland fünf Medaillen (drei Mal Gold und zwei Mal Silber) gewonnen.

Im Damen-Feld führt weiter die bei der WM medaillenlos gebliebene dreimalige Olympiasiegerin Darja Domratschewa aus Weißrussland (957) vor Kaisa Mäkäräinen (936). Die im WM-Vorfeld ebenfalls als Topfavoritin gehandelte Finnin holte bei der Heim-WM immerhin Bronze im Einzel. Mit Franziska Hildebrand (Platz 5/691 Punkte) und den beiden jungen Silbermedaillen-Gewinnerinnen Laura Dahlmeier (8/557) und Franziska Preuß (10/527) gehören drei der vier deutschen Staffel-Weltmeisterinnen vor der letzten Weltcup-Station zu den besten Zehn der Gesamtwertung.