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Schalke hofft auf eine Sternstunde

Gelsenkirchen. Schalke 04 muss im Achtelfinale der Champions League gegen Real Madrid „über seine Grenzen gehen“, sagt Raul, der einstige Königsblaue und Königliche. Auf Schalke ist die Vorfreude jedenfalls riesengroß. Von dpa-MitarbeiterDietmar Fuchs

Vier Tage, zwei Superlative, eine riesige Vorfreude: Schalke fiebert den Spielen des Jahres entgegen. Königsblau gegen die Königlichen um Weltfußballer Cristiano Ronaldo heute in der Champions League (20.45 Uhr/ZDF), am Samstag dann das Bundesliga-Topduell beim FC Bayern - intensiver könnten die Herausforderungen kaum sein. Alle Kräfte werden zunächst nur für den Königsklassen-Knüller in der mit 54 500 Fans ausverkauften Arena gebündelt.

"Dieses Spiel ist ein Highlight für den Verein, die Mannschaft und für mich", sagte Trainer Jens Keller vor dem Achtelfinal-Hinspiel. Wie aber will Schalke gegen das Top-Ensemble des Italieners Carlo Ancelotti bestehen? Der einstige Schalke- und Real-Star Raul kennt die Antwort: Schalke müsse in beiden Spielen "über seine Grenzen gehen. Alle Spieler müssen 120 Prozent bringen." Dabei warnte der 36-Jährige im Magazin "Schalker Kreisel" seine einstigen Schalker Mitspieler speziell vor Ronaldo: "Er erlebt die stärkste Phase seiner Karriere und trifft beinahe in jedem Spiel. Seine Leistungen und seine Konstanz stechen einfach heraus."

Auch Keller ist mehr als bewusst, dass der Schlüssel für das Weiterkommen darin liegt, Ronaldo irgendwie davon abzuhalten, seine exzellente Spielkunst und seine Torgefahr zu entwickeln. "Man kann ihn eigentlich nie ganz ausschalten", sagte Keller, "es funktioniert nur, wenn das ganze Team funktioniert." Die Null muss stehen, hofft Keller: "Das wäre natürlich wünschenswert."

Die Schalker wissen, dass sie "krasser Außenseiter" sind, wie Manager Horst Heldt die Lage einstuft. Aber es gab ja schon Sternstunden in der Champions-League-Historie der Gelsenkirchener wie jenes 5:2 im Viertelfinale bei Inter Mailand (2010/2011). Diese herrliche Reminiszenz soll anspornen. Keller will schauen, "dass wir ein kleines Wunder vollbringen können. Der Druck wird nicht auf unserer Seite sein."

Das ist ganz sicher der Fall. Denn eines hat bei Real höchste Priorität: "La Decima" - der zehnte europäische Meister-Coup soll es sein. "Ich bin überzeugt davon, dass wir es diese Saison schaffen können", sagte Real-Präsident Florentino Perez. Der Status quo spricht für Perez' These: Das Team hat zum elften Mal nacheinander das Achtelfinale erreicht und in der Gruppenphase mit 20 die meisten Tore erzielt - neun allein durch Ronaldo. Aber: Die Königlichen gewannen in Deutschland nur eines von 25 Spielen und verloren 18 Mal, zuletzt 1:4 in Dortmund im Halbfinal-Hinspiel der vergangenen Saison. "Das ist alles egal", sagte Schalke-Talent Leon Goretzka: "Wir freuen uns auf diese Herausforderung. Von solchen Begegnungen träumt man als kleines Kind."