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Schäfer wird eigener Salto zum Verhängnis

Schäfer wird eigener Salto zum Verhängnis

Die Saarländerin Pauline Schäfer hat die erste EM-Medaille am Schwebebalken für eine deutsche Turnerin seit 28 Jahren verpasst. Sie leistete sich einen Fehler ausgerechnet bei dem nach ihr benannten Salto und wurde Siebte.

Pauline Schäfer weinte Tränen der Enttäuschung. Matthias Fahrig fluchte über Fehler bei der Zeitnahme. Die beiden Finalisten konnten gestern die Pleite der deutschen Turner bei der Europameisterschaft im französischen Montpellier nicht verhindern. Ohne Fabian Hambüchen gab es keine Medaille und einen Dämpfer für die Olympia-Qualifikation im kommenden Oktober.

Schäfer rang nach Worten. "Ich will immer das Beste. Das erste Finale meiner Karriere hat mir nicht gereicht, ich wollte mehr", sagte die 18 Jährige vom TV Pflugscheid-Hixberg. Ausgerechnet durch einen Sturz bei dem nach ihr benannten Schäfer-Salto verpasste die Saarländerin die erste EM-Medaille am Schwebebalken für eine Deutsche seit 28 Jahren. Es reichte mit 13,100 Punkten nur zu Rang sieben. Der Titel ging an die Rumänin Andreea Munteanu. "Es ist ärgerlich, aber es ist passiert", erklärte die Schülerin später gefasster. Schäfer gab zu, dass ihre Erfindung ihr schon beim Einturnen Probleme gemacht hatte. Vor etwa 9000 Zuschauern hatten im Finale drei Turnerinnen vor ihr das Gerät vorzeitig verlassen müssen. Die Chance auf Edelmetall schien greifbar nah. "Doch ich wollte heute wohl ein bisschen zu viel", gab Schäfer eine gewisse Übermotivation zu. Bundestrainerin Ulla Koch sagte sarkastisch: "Schade, es wollte keine die Medaille. Heute war es so einfach wie noch nie."

Die ohne Hambüchen antretende deutsche Männer-Riege erlitt einen herben Rückschlag. Der Ex-Weltmeister hatte sich entschieden, sich in der ersten Hälfte der vorolympischen Saison auf die Europa-Spiele im kommenden Juni in Baku zu konzentrieren. Ohne ihn mussten die deutschen Turner zum dritten Mal nacheinander ohne Podestplatz von einer EM abreisen.

Mehrkampf-Titel für Wernjajew

Der Dillinger Waldemar Eichorn von der TG Saar , dessen Mannschaftskollege Oleg Wernjajew aus der Ukraine Europameister im Mehrkampf und am Barren wurde, war am Seitpferd, den Ringen und am Reck in der Qualifikation gescheitert (wir berichteten). Der einzige deutsche Finalist war Fahrig. Und er war nach seinem achten Platz beim Sprung angefressen. "Als ich zur Startlinie zurücklief, haben die Kampfrichter die Uhr schon laufen lassen, ich konnte mich überhaupt nicht konzentrieren und musste gleich loslaufen", schimpfte Fahrig: "Das ist unfair, wenn man als einziger nicht die selben Bedingungen wie die anderen hat." Fahrig wollte trotzdem seinen Überschlag-Doppelsalto mit halber Schraube turnen (Ausgangswert 6,0) turnen - und landete auf dem Hinterteil. "Das war totaler Mist, aber ein Protest hätte wohl auch nichts gebracht", beklagte Fahrig, der 13,666 Punkte holte. Europameister wurde der Russe Nikita Nagorny mit 15,099 Zählern.